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Im Ladtjovagge

Noch ein kleines Stückchen Kungsleden (Winter 1997)

Kebnekaise Fjällstation - Nikkaluokta (19 km)

Am Ende unseres Winterurlaub in Nordschweden hatten wir noch einen Tag übrig. Da wir auf dem Kungsleden von Abisko aus nicht sehr weit vorangekommen waren, wollten wir nun wenigstens noch eine weitere Tagestour machen. Die Strecke Kebnekaise - Nikkaluokta schien gut geeignet zu sein, und wir freuten uns darauf, die Kebnekaise Fjällstation nun einmal im Winter zu sehen.

Der öffentliche Busverkehr war gegenüber der Sommersaison stark reduziert. Die einzige Busverbindung nach Nikkaluokta gab es erst am Nachmittag, wir hatten jedoch für die letzten Tage des Urlaubs ein Auto gemietet, um flexibler zu sein. Das günstigste Angebot bekamen wir bei Europcar, einen wintertauglichen VW Golf mit Spikereifen für umgerechnet etwa DM 120/Tag. Da wir am Ende keine großen Strecken gefahren waren, berechnete uns Europcar nachträglich sogar noch einen anderen, günstigeren Tarif ein.

 Strasse Kiruna - Nikkaluokta

So fuhren wir gleich morgens die etwa 70 km lange Strecke nach Nikkaluokta. Die Straße war geräumt und es war wenig Verkehr, so ließ sie sich trotz mancher Schneeverwehungen gut fahren.

 In Nikkaluokta

In Nikkaluokta war gerade ein Bus angekommen, der eine Kindergruppe zu einem Ausflug in den Schnee gebracht hatte. Wir gingen zunächst zum Hauptgebäude. Da wir nur eine Richtung der Strecke mit Skiern fahren wollten, brauchten wir eine Transportmöglichkeit für die andere Strecke. Zwar hatten wir in Kiruna am Bahnhof die Information über einen Transport mit dem Bandvagn gesehen, einer Art Kettenfahrzeug, das zwischen Nikkaluokta und Kebnekaise Fjällstation verkehren sollte, aber hier gab es keinen Hinweis mehr. Stattdessen kam gerade ein Mann mit einem Skooter mit Anhänger angefahren, den ein schwedisches Paar bestellt hatte, um nach Kebnekaise zu fahren. In dem Anhänger waren noch zwei Plätze frei, so konnten wir sofort einsteigen, und das Problem war gelöst.

 Im Skooter-Anhänger

Im Anhänger des Skooters hatten wir kaum Sicht und wurden kräftig durchgeschüttelt. Ich hatte eigentlich vor, mir unterwegs die Strecke schon einmal anzusehen, aber es war nichts zu sehen. Nach dem ersten Kilometer fragte der Fahrer noch einmal nach, ob es uns allen gut ging. Doch, es ging ganz gut.

 Vor Kebnekaise Fjällstation

Nach etwa 40 min hatten wir die Fjällstation erreicht. Wir sahen uns zunächst in der Station um. Dort war es jetzt, etwa eine Stunde vor Mittag, recht ruhig. Wir gönnten uns noch einen Kaffee und ein Stück Blaubeerkuchen, bevor wir uns auf den Rückweg machten. In einer Ecke des Untergeschosses der Fjällstation fiel mir eine Pulka auf, die wohl nur Mark gehören konnte, den wir in Abiskojaure getroffen hatten. Er war nirgendwo zu sehen. So schrieben wir einen Gruß und steckten ihn an die Pulka, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

 Bei Kebnekaise Fjällstation

Die ersten 3 km waren sehr angenehm und machten Spaß. Der Weg hatte hier noch eine Wintermarkierung und hatte ein ausreichendes Gefälle, so daß wir die Skier laufen lassen konnten. Außerdem hatten wir heute nur einen kleinen Rucksack.

 Im Neuschnee

Die obersten 15 cm des Schnees waren frischer Pulverschnee, aber das war offensichtlich nicht nachteilig, sondern man fuhr darauf weich wie auf einem Teppich.

 Im Ladtjovagge

Bald war nun dieser Abschnitt zu Ende, die Wintermarkierung hörte auf, und wir liefen in einigem Abstand vom Hang des Darfaloalgi das Ladtjovagge entlang. Es schneite, doch die Sicht war ausreichend gut. Die Orientierung bereitete keine Probleme, da es keine Wintermarkierung gab, hätte es natürlich bei schlechten Sichtbedingungen schwierig sein können. Allerdings kann man hier schon damit rechnen, gelegentlich einem Schneescooter zu begegnen

 Auf dem Ladtjojaure

Schließlich hatten wir den Ladtjojaure erreicht, den wir überqueren mussten. Ich finde immer, daß man nirgendwo eine solches Gefühl der Weite erlebt wie auf einem strukturlosen See, man geht und geht, ohne eine Veränderung festzustellen. Schließlich kamen wir wieder in die Nähe des Ufers, und es rückte nun rasch näher, wir begegneten auch zwei anderen Wanderern.

 Kåta am Ladtjojaure

In der Nähe des Anlegers, von dem aus man im Sommer ein Stück des Wegs nach Kebnekaise mit dem Boot fahren kann, steht eine Kåta als Windschutz. Das war eine gute Gelegenheit zu einer Rast, und wir stellten die Ski ab und setzten uns hinein.

 In der Kåta am Ladtjojaure

Ich war vom Schweiß doch etwas durchfeuchtet, obwohl wir uns nicht sehr angestrengt hatten. Ich fing nach kurzer Zeit erheblich an zu frieren, obwohl ich eine Daunenweste übergezogen hatte. Offensichtlich nutzte die nicht viel, sondern es wäre wohl notwendig gewesen, die Unterwäsche gegen trockene auszutauschen. Nun, wir hatten uns ja etwas ausgeruht und etwas gegessen, und so fuhren wir weiter. Die Strecke führte nun ohne größere Steigungen durch ein Waldgebiet, und es kamen auch einige Schneeskooter vorbei. Es dauerte nicht mehr lange, und wir waren wieder in Nikkaluokta am Auto. Da es erst gegen 16.30 Uhr war, hatten wir noch etwas Zeit und gingen noch einmal ins Gebäude.

 In Nikkaluokta

Der Verlockung eines Pytt i Panna konnte ich als Fan von Bratkartoffeln nicht widerstehen, ein würdiger Abschluß dieses Tages. Auch wenn das Wetter nicht gerade optimal war und wir keinen der berühmten Berge gesehen hatten, es hatte großen Spaß gemacht.

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