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Eishotel, Jukkasjärvi 1995

Das Eishotel von Jukkasjärvi

(1995)

Nachdem wir einige Zeit in Abisko verbracht hatten, nahmen wir einen Zug zurück nach Kiruna und wohnten in Jukkasjärvi. Dieses kleine Dorf ist etwa 12 km von Kiruna entfernt.

In Jukkasjärvi

Die Holzkirche ist für ihre Wandmalereien bekannt, und in der Nähe gibt es ein Heimatmuseum. Der Supermarkt ist auch gleichzeitig Apotheke und Post. Wir hatten ein Quartier im Hüttendorf reserviert. Hinter dem Sportplatz von Jukkasjärvi gab es eine gespurte Loipe von 5 km für klassischen Stil und Skating. Und es gab eine längere Spur von 10 km durch die malerische Landschaft. Kiruna selbst hatte noch ein größeres Gebiet mit gespurten Loipen, aber wir fanden die Möglichkeiten in Jukkasjärvi ausreichend und besuchten Kiruna nur zum Einkaufen.

Wir hatten bereits in einer deutschen Zeitschrift gelesen, daß Jukkasjärvi einen als Hotel eingerichteten Iglu hatte, und das hatte uns interessiert. In der Realität war er viel faszinierender, als wir erwartet hatten. Nach einem Bericht im Japanischen Fernsehen kamen nun sogar Touristen aus Japan bis hierher. Das Gebäude hatte eine beträchtliche Größe. Die Wände wurden aufgebaut, indem Schnee auf eine Metallform geblasen wurde, man den Schnee dann aushärten ließ und die Form wieder entfernte. Große Eisblöcke aus dem See dienten als Fenster.

Rezeption      Kunstmuseum

Wenn man das Eishotel betrat, stand man zunächst in der Rezeption. Von der Rezeption führte ein Durchgang in das Kunstmuseum, in dem Eisskulpturen von verschiedenen Künstlern aufgestellt waren. Wir sahen uns verschieden Hotelzimmer an, die sehr elegant eingerichtet waren, und jedes hatte ein anderes Thema, zum Beispiel gab es das Jäger- und das Golf-Zimmer.

 Hotelzimmer

Dieses hier mit den beiden Kranichen war das Hochzeitszimmer. Alle Räume hatten Tische, Sessel, ein Bett und eine Garderobe, und alles war aus Eis. Ein Raum hatte sogar ein Telefon aus Eis, sehr dekorativ, wenn auch ohne Funktion.

Kapelle im Eishotel

Ein Seiteneingang führte in die Kapelle, in der alles von der Bibel bis zum Kerzenleuchter aus Eis war. Wir waren nun neugierig geworden und wollten auch eine Nacht im Eishotel verbringen. Während der Woche gab es noch Zimmer, am Wochenende war bereits alles ausgebucht. So nahmen wir den "Love Room" für Donnerstag Nacht.

Hotelgast im Eishotel

Das Bett bestand aus einem Eisblock mit einer Schaumgummiauflage und einer Schicht Rentierfelle. Es war sehr gemütlich, im Schlafsack zu liegen und in der Computerzeitschrift "c't" zu blättern. Wir brauchen etwas Zeit, bis wir uns mit dem Schlafsack arrangiert hatten, ein Fjällräven Silhouett mit einem Baumwoll - Innensack. In Erwartung der kalten Nacht hatten wir etwas zusätzliche Kleidung angezogen, aber wir mußten das meiste wieder ausziehen, weil es viel zu warm war. Erst danach konnten wir schlafen.

Am Morgen wurde warmer Fruchtsaft serviert und dann konnten wir in die Morgensauna. Die niedrigste Außentemperatur in der Nacht waren minus sieben Grad gewesen, und im Iglu waren es minus zwei Grad gewesen. Am folgenden Tag ging es im Iglu sehr viel lebhafter zu, eine Gruppe von 30 Gästen von einer Firma hatte den ganzen Iglu gemietet, und sie wärmten sich mit Wodka, bevor sie schlafengingen.

Wir nahmen noch an einer Skooter-Tour teil, um unsere Fahrkenntnisse aufzufrischen. Die Hundeschlitten-Touren waren ausgebucht, so mußten wir auf eine Gelegenheit warten.

Unterwegs zum Flughafen von Kiruna

Am letzten Tag wollte der Hundeführer eine Gruppe von Touristen am Flughafen abholen. Er bot an, zum Rückflug mit ihm zum Flughafen zu fahren. Wir stimmten zu, und mit drei Schlitten gingen wir auf die 15 km Tour. Unser Gepäck wurde mit dem Auto transportiert.

Eines Tages würden wir sicher zurückkommen und auf eine längere Tour mit Hunden gehen. Zumindest waren wir jetzt keine Anfänger mehr. Im folgenden Jahr allerdings verbrachten wir einige schöne Tage mit Verwandten im Skigebiet von Ounasvaara in Rovaniemi/Finnland.

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