RENSKAV KERON-ART
Skava bedeutet schaben, doch am einfachsten übersetzt
man Renskav mit Rentiergeschnetzeltes. In Nordschweden ist es
ein recht preiswertes Standardgericht, in Finnland ebenfalls,
dort unter dem Namen Poronkärystis (poro -
das Rentier).
Das Renskav-Rezept habe ich nach dem Nebengebäude der
Abisko Turiststation benannt. Im Mai 2002 waren wir auf einer
Fahrradtour in Abisko, das jedem Wanderer als Ausgangspunkt des
Kungsleden bekannt ist. Zwar ist Abisko ganzjährig geöffnet,
doch waren die Einrichtungen im Hauptgebäude wie Restaurant
und Shop in der Nebensaison in dieser Woche geschlossen. Da wir
ohnehin mit den Fahrrädern unterwegs waren, war es kein
Problem, im 3 km entfernten ICA Lapporten die Zutaten für
ein Renskav-Gericht zu besorgen. Die Selbstversorgerküche
der Hütte bietet natürlich nicht die Vielfalt der Möglichkeiten,
die man zu Hause hat, doch gerade die einfachsten Gerichte in
der entsprechenden Umgebung bleiben länger in der Erinnerung
als die ausgefeilteste Komposition eines Feinschmecker-Restaurants.
Die wichtigste der Zutaten ist das eigentliche Renskav.
Man bekommt es in der Gefriertruhe:
Eine kleinere Menge gab es nicht, doch kann man mit einem
guten Messer das Paket teilen und den Rest gefroren halten. Die
übrigen Zutaten sind einfach, man kann sich nach dem richten,
was gerade verfügbar ist.
Man braucht außer dem Renskav noch etwas Fett zum Braten
(Butter, Öl, Margarine), Nudeln (hier: Casarecce, oder auch
Maccaroni), Matlaggningsgrädde (was man in unserer
Gegend mit Schmand bezeichnet), und Lingonsylt ( Preiselbeerkompott
). Meist wird Renskav mit Kartoffelbrei serviert, doch hatten
wir an diesem Tag mehr Lust auf Nudeln. Als weitere Beilage hatten
wir eine Salatgurke gekauft. Zum Würzen reichen Salz und
Pfeffer.
Man brät das Fleisch kräftig durch. Dann gibt man
die Matlaggningsgrädde zu und läßt das
ganze noch leicht aufkochen und einige Minuten dünsten.
Gewürze benötigt man nicht, am Tisch kann man später
Salz und Pfeffer nach Geschmack zugeben.
In der Zwischenzeit bereitet man die Nudeln. Ein Gurkensalat
ist eine häufige Beilage in Schweden. Da wir keinen Hobel
hatten, schnitten wir kleine Stücke und würzten mit
einem fertigen Kräuterjoghurt..
Idealerweise genießt man das Essen nördlich des
Polarkreises im Freien...
Oder, wie hier auf einer Radtour an einem Grilli als
Zwischenmahlzeit...
Da Rentierfleisch in Deutschland knapp ist, bringen wir uns
meistens vom Flughafen eine Packung getrocknetes oder geräuchertes
Rentierfleisch mit. Wir verwenden es dann zusammen mit Rindfleisch,
um den typischen Geschmack des Renskav zu erzeugen. Man kann
sich Rentierfleisch auch aus Schweden schicken lassen:
Thunborg
Viltaffär AB in Porjus
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