April 1998 Um sieben Uhr aufzustehen war inzwischen Routine für mich, diesmal heizte ich die Hütte noch etwas an und wir frühstückten. Der Himmel war blau, und die Sonne strahlte. Zum Tjäktapass hin hatten wir nur noch etwa 100 m Aufstieg und 3.5 km Weg. Ein Windschutz markiert weithin sichtbar den höchsten Punkt des Kungsleden. Am Tjäktja-PassWir waren immer noch alleine, und es war ein wunderschönes Gefühl, hier durch die Einsamkeit zu ziehen. Weil ich annahm, daß es auf dem ausgesetzten Paß kalt und natürlich auch windig sein könnte, war ich in dem dicken Fleecepullover gestartet. Schon nach einem Kilometer brannte die Sonne so stark und keine Luftbewegung war zu spüren, so daß ich ihn wieder gegen den dünnen tauschte. Der Anstieg zum Windschutz war einfach und gut zu fahren, und wir genossen die Stille. Blick ins TjäktjavaggeAm Windschutz wurde die Aussicht ins Tjäktja-Tal überwältigend, und so verweilten wir einen Moment. Als ich mir zwei Jahre später die Dias noch einmal ansah, fiel mir auf, daß man sogar die Sälka-Hütten von hier sehen konnte. Danach ging es in mehreren Stufen abwärts. Die ersten fuhren wir noch im Schneepflug, dann versuchten wir durch Zickzackfahrten das Gefälle zu verringern. Auf dem festen Altschnee, der teilweise schollig aufgeworfen war, fiel uns das aber auch nicht leicht. Nachdem es dann noch steiler wurde, schnallten wir ab und liefen die restliche Strecke mit den Salomonschuhen, bis es wieder ausreichend flach war. Der verbleibende Weg nach Sälka wäre eigentlich einfach gewesen, es gab zwar auch noch einige Anstiege, aber noch häufiger langgestreckte leichte Abfahrten. Der Weg war hier aber durch die Skooter auf die Breite einer vierspurigen Autobahn ausgefahren, und da er nun längere Zeit auf der linken Talseite entlangführte, rutschten uns die Ski heute ständig nach rechts weg. Der immer noch phantastische Ausblick entschädigte uns für die Mühen. Ein abschließendes langes Gefälle half, daß wir doch noch sehr elegant nach Sälka einschweben konnten. Etwas ungewohnt, aber sehr sinnvoll war, daß ständig einer der beiden Hüttenwirte das Eintreffen der Skifahrer beobachtete und ihnen dann jeweils die Betten zuwies, während der andere die butik betreute. Um die Hütten herrschte ein wirklich reges Treiben. Aus allen Richtungen trafen immer wieder kleine und große Gruppen ein, und die Hütten füllten sich jetzt schnell. Heute trafen wir auch den ersten Deutschen. Eine Hütte war teilweise von der STF-Gruppe belegt, die hier einen Tag verblieben war, damit ein Teil der Leute eine Besteigung des Sälka-Gipfels machen konnte. Wenn möglich, versuchen wir immer, uns den Gewohnheiten der Einheimischen anzupassen, daher besorgten wir uns nun ein Lapinkulta aus der butik und setzten uns zu drei Lapinkulta-trinkenden Schweden auf eine Bank vor der Hütte, um die Wärme der Sonne zu genießen. Sie hatten die Tour der Gruppe zum Sälka-Gipfel nicht mitgemacht, sondern waren hier geblieben, um sich stattdessen auszuruhen - man brauche schließlich auch Zeit, um die Schönheit der winterlichen Berge in Ruhe aufzunehmen, meinte unser Nachbar. Wir mußten ihm recht geben. Die anderen würden bald zurückkommen. "They will be exhausted tonight - and we will be hungry", sagte er sehr philosophisch. Die Stimmung war jedenfalls gut. Einige Impressionen von Sälka sind auf einer gesonderten Seite zu sehen. Bei dem regen Treiben in der Hütte war es günstig, daß wir unseren eigenen Trangia-Wasserkessel und unser Eßbesteck dabeihatten, also nichts außer einer Gasflamme brauchten. Auch bei Gasflammen gab es manchmal Engpässe, denn außer Töpfen mit Nudeln, verschiedenen Arten Brei sowie den üppigen Dosenmahlzeiten, die es auf Sälka zu kaufen gab, wärmten die Schweden auch gleich riesige Töpfe mit Spülwasser auf. Wir überlegten uns, noch einen Tag hier bleiben und ihn zu einem Tagesausflug zu nutzen. Am interessantesten schien uns ein Ausflug zur Nallo-Hütte. Die einfache Strecke waren 10 km, und um die Hütte zu sehen, mußten wir sie fast bis zum Ende gehen. Nachmittags konnten wir zurück sein. Vielleicht würde die Hütte morgen sogar leerer werden, wenn die STF-Gruppe aus der anderen Hütte weitergezogen war. Ich stand wieder um 7 Uhr auf, aber wir hatten es nicht eilig, sprachen mit den anderen Leuten und machten einige Fotos. Wir erkundigten uns bei den Hüttenwirten nach der Wettervorhersage: "Same as yesterday. Sunny, no clouds, no wind, no problem." Gab es schon eine Vorhersage für morgen ? "We already fixed the same weather for you for tomorrow. No problem." Bis gegen 10 Uhr verbrachten wir damit, das Geschehen an der Hütte zu beobachten, dort bereitete eine Gruppe mit sechs Hundeschlitten die Abfahrt vor, dann zogen wir selbst los. Der Anstieg in das Hochtal Richtung Nallo war nicht schwer, aber heute wollte wir noch die Steigfelle ausprobieren, und so hielten wir auf halber Höhe an, um sie aufzuziehen. Nun hatten die Ski einwandfreien Griff, allerdings war es zu spüren, daß sie dadurch etwas schwerer geworden waren. Damit ein kurzes Stück abzufahren, gelang mir nicht, dazu war die Steigung wohl nicht steil genug. Im Hochtal gab es bereits eine Skispur , in der wir sehr schnell vorankamen. Ich wollte gerne soweit fahren, bis wir die Hütte sehen konnten, die Karte hatte gezeigt, daß das erst 1 km vor der Hütte möglich sein würde. Dann würden es hin und zurück 18 km werden. Das GPS leistete jetzt gute Dienste, denn in dem Hochtal waren Entfernungen schwer zu schätzen und die Konturen der Seen, die auf der Karte verzeichnet waren, konnten wir unter der Schneedecke nicht erkennen. Vielleicht waren die Seen auch im Herbst ausgetrocknet. Mit Hilfe des GPS konnten wir die Entfernung nach Nallo aber jeweils in Sekunden bestimmen. Schließlich lag die Nallostugan sehr eindrucksvoll vor uns, am Fuße einer steilen Felswand, die ein enges Tal begrenzte. Wir kehrten um und zogen uns wieder in das Hochtal zurück, um einen geeigneten Rastplatz zu suchen. An der höchsten Stelle auf halber Strecke rasteten wir. Der Rest der Strecke, auf der es dann wieder abwärts ging, war schnell zurückgelegt, und gegen 15 Uhr waren wir wieder in Sälka. Der Ausflug nach Nallo war tatsächlich ein reiner Spaß gewesen und hatte uns wegen des reduzierten Gepäcks trotz der 18 km auch nicht angestrengt. Einige Impressionen von der Tagestour nach Nallo sind auf einer gesonderten Seite zu sehen.
In Sälka herrschte am heute wieder die gleiche Betriebsamkeit wie am Vortag, aus allen Richtungen trafen Skifahrer ein. Während ich früher einmal gelesen hatte, die Singistugorna seien häufig stark frequentiert, schien das jetzt eher auf Sälka zuzutreffen. Die Skifahrer kamen vom Tjäktjapass, von Kebnekaise, von Vistas über Nallo, von Tarfala, viele Wege kreuzten sich hier. Am Abend waren die Hütten wieder gefüllt. Die meisten wollten am folgenden Tag nach Kebnekaise Fjällstation gehen, und etwa zwanzig Leute wollten nach Tarfala, was genau der Bettenzahl in der dortigen Hütte entsprach. Kebnekaise Fjällstation würde sicher auch voll werden, denn es war Samstag, und wir rechneten damit, daß dort viele Wochenendausflügler sein würden, die nur die Tagestour von Nikkaluokta gemacht hatten. Das waren ausreichend Gründe für uns, nur die 11 km nach Singi zu laufen. Um nicht zu schnell in Singi anzukommen, wollten wir noch genießerisch eine Rast am Windschutz einlegen. Zwischen Sälka und SingiMorgens war der Himmel ein weiteres Mal blau, dazu war es knapp über null Grad und windstill. Inzwischen hatte ich gelernt, gleich nur mit dem dünnen Fleece-Pullover loszulaufen. Nach etwas über einer Stunde hatten wir schon den Windschutz erreicht, in dessen Nähe wir vor zwei Jahren im Sommer gezeltet hatten, ein idealer Platz für eine Rast. Wir erinnerten uns, daß wir insgesamt zum dritten Mal hier waren. Gleich auf dem ersten Wegabschnitt war uns aufgefallen, daß Samstag offensichtlich Skooter-Tag war. Schon morgens waren wir mehreren Gruppen begegnet, auch in der Ferne sah und hörte man überall Skooter, meist in Gruppen von vier bis sechs. Der Skooterverkehr war durch die Bestimungen auf die großen Wege beschränkt, sie durften den Kungsleden zwischen Abisko, Nikkaluokta und Kaitum befahren, in das Tsutsuvagge bis Hukejaure und in das Vistasvagge bis Vistas. Für mich stand heute noch ein Versuch an, mit dem Trangia-Kocher Schnee zu schmelzen. Ich machte einen provisorischen Aufbau, da ich nur den Brenner und ein einfaches Gestell mitgebracht hatte, füllte den Wasserkessel mit Schnee und setzte den Kocher in Gang. Derweil beobachteten wir, wie in der Nähe eine Gruppe mit Skootern von einem Hubschrauber ausgeflogen und wenig später wieder eingeflogen wurde. Der Vorgang dauerte etwas mehr als eine halbe Stunde. Wir nahmen an, daß sie wohl auf dem Kebnekaise-Gipfel gewesen waren. Die Mittags-Suppe ließ sich ohne Probleme aus der Thermosflasche zubereiten, die Sache mit dem Schnee und dem Trangia machte aber nur wenig Fortschritte, und nach einer Stunde sah ich keine andere Möglichkeit mehr, als den Test auf den nächsten Winter zu verschieben. Inzwischen war noch ein Pärchen mit einem Skooter angekommen und rastete in der Nähe. Kurz darauf kam eine weitere Gruppe mit drei Skootern, und wir verstanden, daß sie hier grillen wollten. Das Holz entnahmen sie kurzerhand aus dem Schuppen beim Windschutz. Nachdem es hier unerwartet etwas eng wurde, beschlossen wir, nach Singi weiterzufahren. Skifahrer hatten wir an diesem Tag unterwegs nur einen gesehen, den Deutschen, der ebenfalls nach Singi wollte. Die anderen waren bereits Richtung Kebnekaise abgebogen, und alle anderen Ausflügler waren motorisiert. Nach Singi ging es weiter abwärts, und je näher wir den Hütten kamen, um so weniger Schnee gab es noch. Schließlich sah man große schneefreie Flächen, nur der Weg war noch durchgehend mit Ski befahrbar. In Singi war es vergleichsweise ruhig, wir nahmen ein Bett in der Hütte, in der auch unser deutscher Bekannter war, und teilten am Ende einen Acht-Bett-Raum mit drei anderen Leuten. In der anderen Hütte war eine kleine Gruppe von Skifahrern eingezogen, und nach und nach kamen dort immer mehr Skooterfahrer hinzu. Nachmittags standen schließlich 14 Skooter auf dem Parkplatz vor der Hütte. SingistugornaZum Abend hin trafen noch mehr ein. Man erkundigte sich beim Hüttenwirt nach freien Betten. Skooterfahrer sind nach den Regeln des STF zum Weiterfahren verpflichtet, falls der Platz von Skifahrern beansprucht wird. Für eine kurze Weile zählte ich 26 Skooter auf dem Parkplatz, eine Gruppe inspizierte auch unsere Hütte, aber schließlich zogen zwei Gruppen weiter, die eine Richtung Kebnekaise und die andere nach Sälka. Ob der Hüttenwirt eventuell Betten freihalten wollte oder welche anderen Gründe es vielleicht gab, weiß ich nicht. War es nachmittags noch sonnig gewesen, hatte sich der Himmel nun völlig zugezogen. In der Nacht hörte ich das Geräusch von Wasser, das vom Hüttendach tropfte. Es regnete. Ich träumte im Halbschlaf von Schmelzwasserströmen, die wir durchwaten mußten, noch waren wir ja 30 km von der nächsten Straße entfernt. Irgendwann gegen Morgen wurde es wieder still. Wie immer stand ich gegen sieben Uhr auf und heizte den Ofen noch einmal kurz an, denn alles war jetzt etwas klamm in der Hütte. Aufstieg von SingiDraußen hatte der Schnee das Regenwasser aufgesaugt, und es hatte etwa +2 Grad. Dank unserer Schuppenski brauchten wir uns ums Wachsen keine Gedanken zu machen, die Ski griffen gut und wir konnten zügig zum Ladtjovagge hin ansteigen. Bald kam auch die Sonne wieder zum Vorschein. Nachdem wir die Höhe erreicht hatten, folgten einige Abfahrten zum Tal hin. Der Kungsleden war hier mehrspurig autobahnähnlich ausgebaut und wir waren schnell wie auf einer Autobahn, besonders an einigen vereisten Stellen. Das Ladtjovagge weitete sich, und in der breiten Ebene war nicht mehr zu übersehen, daß der Winter zu Ende ging. Lediglich der eigentliche Weg hatte bis auf Ausnahmen noch eine durchgehende Schneedecke. Im LadtjovaggeKleine Schmelzwasserseen und zwei kurze "Tragestrecken" stellten aber kein Problem dar. Gegen 14.00 hatten wir nach einem kurzen Anstieg die Fjällstation erreicht. Zuerst wogen wir noch unsere Rucksäcke, Carola hatte jetzt 14 kg und ich 16 kg. Das Thermometer am Eingang zeigte +9 Grad im Schatten. Wir leisteten uns ein Zweibettzimmer, wie ich erwartet hatte, waren jetzt am Sonntagabend viele Ausflügler abgereist und es gab viel Platz. Wir besorgten uns das "bastu-paket" aus der butik, ergänzten es mit Schwedens meistgekauftem Auto und begaben uns in die Sauna im Servicegebäude. Gut erholt traten wir dann zum Abendessen an und verbrachten anschließend eine ruhige Nacht in unserem Zimmer. Von der Fjällstation fuhr ein Raupenfahrzeug, der bandvagn, jeweils morgens, mittags und abends passend zum Busfahrplan nach Nikkaluokta. Wir wollten aber nichts auslassen, schließlich war das der letzte Tag auf Skiern für viele Monate. Die Strecke war nicht schwer und wir kannten sie ja auch vom Vorjahr. Morgens regnete es stärker bei Temperaturen um +5 Grad. Wir ließen uns Zeit beim Frühstück. In der Küche unseres Gebäudes fragte ich nach dem Besitzer einer Selbstbau-Pulka, die mir aufgefallen war. Er war anwesend, sehr freundlich, hieß Lappalainen und war mit zwei anderen aus Finnland gekommen, um den Kebnekaise zu besteigen. Er freute sich über mein Interesse, ging mit mir nach draußen und zeigte mir die technischen Details der Pulka, die er nach einer Anleitung in einem finnischen Magazin gebaut hatte. Ich machte einige Aufnahmen. Gegen zehn Uhr hörte der Regen auf und wir starteten. Beim letzten Mal hatten wir viereinhalb Stunden gebraucht, es sollte daher auch noch für ein Pyttipanna in Nikkaluokta reichen, bevor der letzte Bus fuhr. Der Schnee war naß vom Regen, aber auf dem ersten abfallenden wintermarkierten Abschnitt kamen wir gut voran, er hatte auch eine durchgehende Schneedecke. Unten im Tal sah es schlechter aus, dort hatte sich das Regenwasser und Schmelzwasser an allen tieferliegenden Stellen gesammelt. Schneeschmelze im LadtjovaggeWas wir tun mußten, war offensichtlich: wir mußten in Gehrichtung links, also auf der Nordseite des Flusses bleiben, so gut es ging dem Sommerweg folgen und jedes auftauchende Gewässer möglichst auf der linken Seite umgehen, um nicht in das Labyrinth der Tümpel und Bäche hineinzugeraten, die sich in dem flachen Gelände überall gebildet hatten. Eine Zeitlang kamen wir voran, je weiter, umso schwieriger wurde es aber, den Weg zu wählen. Den Skooterspuren zu folgen, half nicht viel, denn diese führten auch durch flaches Wasser. Die Wanderschuhe anzuziehen, würde nichts bringen, denn damit würden wir an vereisten Stellen einbrechen, über die wir mit Skiern noch fahren konnten. Schneeschmelze im LadtjovaggeIch prüfte mit dem GPS die Position auf der Karte. Wir waren genau auf dem Sommerleden. Ich hatte Bedenken, daß irgendwann von links ein Bach kommen würde, an dem wir dann waten oder umdrehen mußten. Was mir aber am meisten Sorgen machte, war die Tatsache, daß wir unter diesen Gegebenheiten in der letzten halben Stunde höchstens mit 1-2 km/h vorangekommen waren hatten, es würde wohl noch schwieriger werden, und es waren noch 7.5 km bis zur Kota am Seende. Bald darauf standen wir wieder vor einem Wasserlauf, an dem wir eine gute Stelle suchten, um ihn zu überwinden. Wir mußten ernüchtert feststellen, daß wir wohl bis zum späten Abend brauchen würden, erst recht, falls wir auch noch Umwege gehen mußten. Ein schwedisches Ehepaar mit wenig Gepäck tauchte hinter uns auf. Sie wollten auf jeden Fall weiter, zögerten nicht und überwanden das nasse Hindernis. Wir entschieden uns zur Umkehr. Von hier aus war es noch kein Problem, wieder zur Fjällstation zurückzufahren. Wenn wir uns beeilten, würden wir den Mittags-bandvagn noch schaffen und ebenfalls am Abend in Kiruna sein. Wir hetzten die Steigung hinauf, die Zeit war knapp. Schweißgebadet erreichten wir die Fjällstation und Carola zog los, um an der Rezeption ein biljett zu besorgen. Sie kam außerdem mit der Information zurück, daß auch der bandvagn mit dem Gelände zunehmend Probleme hatte und deswegen heute nur noch eine Fahrt machen würde, und zwar um vier. Morgen würde man versuchen, die drei Fahrten auf eine einzige Fahrt zusammenzulegen. Wir verbrachten den Nachmittag lesend in einem der gemütlichen Räume, und um vier standen wir bereit zur Abfahrt. Eine Stunde später nach uns war auch das schwedische Ehepaar zurückgekommen, das uns überholt hatte. Siewaren bald nach uns ebenfalls umgedreht, es gab kein einfaches Durchkommen mehr. Bis zur Ankunft des bandvagn hatten sich noch einige Leute eingefunden, das Gepäck wurde in den hinteren Teil eingeladen, und auch wir nahmen dort Platz, auf einer Sitzbank gegenüber einem Berg von Gepäck. Bald setzte sich das Fahrzeug in Bewegung, und es dauerte nicht lange, bis auch das Gepäck ins Rutschen kam. Carola war in Gefahr, unter großen Taschen mit Skischuhen verschüttet zu werden, und das ganze Fahrzeug schüttelte und schwankte. Um uns von der aufkommenden Übelkeit abzulenken, schaltete ich das GPS ein, es funktionierte, und so konnte ich zumindest verfolgen, daß Nikkaluokta langsam näherrückte, wir aber noch mindestens eine Stunde aushalten mußten. Ich ließ das GPS den ganzen Wegverlauf aufzeichnen. Tatsächlich funktionierte später zu Hause der Download und ich konnte die Route, die der bandvagn genommen hatte, in der Karte verfolgen (200 kb Bild). Mit dem bandvagn im LadtjojaureMehrmals fuhren wir längere Strecken durch flache Gewässer, und ich konnte am Seeufer erkennen, daß es wohl nur wenig Platz gegeben hätte, um mit Skiern durchzugehen. Nach kurzem Warten in Nikkaluokta kam der Bus aus Kiruna an und bald waren wir endgültig zurück in der Zivilisation. Wie würde es wohl im Ladtjovagge weitergehen ? Ich dachte über die Tour nach. Sie hatte in den Anforderungen etwa dem entsprochen, was wir an Erfahrung mitbringen konnten. Sollten wir nächstes Jahr eine anstrengendere Tour machen ? Nun, wir hatten jetzt ein ganzes Jahr Zeit, uns das zu überlegen. |