Vom Kungsleden ins Rapadalen
Als Zugang ins Rapadalen bietet sich der Weg über
Aktse an. Von dort gibt es im Sommer einen Bootstransfer zum
Nammatj im Rapadalen, an dem der Trail entlang des Rapadalen
beginnt. Die meisten Wanderer wählen diese einfache Möglichkeit.
Der Bootstransfer ist möglich, weil das Delta bis zum Nammatj
nicht zum Sarek Nationalpark gehört, das Befahren des Rapaätno
mit Booten im Bereich des Nationalparks ist nämlich verboten.
Die Möglichkeit, von Aktse aus unterhalb des Skierfe
entlang in das Tal zu wandern, ist praktisch nicht durchführbar,
man müßte über große Felsbrocken klettern,
die von der Wand des Skierfe abgebrochen sind.
Es kann gelegentlich vorkommen, daß das Boot nicht
verkehrt. Als wir einmal in Aktse waren, war der Wasserstand
im August trotz dreier vorangegangener Regentage so niedrig,
daß das Boot nicht fahren konnte. Ein erfahrener Wanderer
beschrieb uns eine Möglichkeit, von Aktse aus über
den Weg zum Skierfe durch das Gebirge zu wandern und dann ins
Rapadalen abzusteigen.
Es ist erwähnenswert, daß diese Route auch in
der Informationsschrift des Naturvårdsverket "Sarek
- Mythos und Wirklichkeit" empfohlen wird, mit dem Kommentar,
die Wanderung durch das untere Rapadalen sei anstrengend, und
die Aussicht sei besser.
Ich habe den Weg in eine Karte eingezeichnet und gebe diese
Möglichkeit hier an, zum Schwierigkeitsgrad kann ich allerdings
nur die Angabe machen, daß er sicherlich nicht viel einfacher
als der Weg im Tal ist. Die Gegend östlich vom Kiertokiestjåkkå
ist wohl leicht zu gehen, man überblickt sie teilweise vom
Skierfe aus. Der dann folgende Anstieg von gut 300 m dürfte
allerdings anstrengend sein. An der Renvaktarstuga abzusteigen,
ist schon vom Kartenstudium her sicher die beste Möglichkeit. Vom
Kungsleden her bis zum Skierfe gab es nach meiner Erfahrung übrigens
kein Wasser. Die Tatsache, daß ein Weg beschrieben ist,
der weiter ausholt und den Råtnik nördlich umgeht,
spricht eher für die Annahme, dass die Tour anstrengend
ist, als dagegen.
Du kannst hier eine nicht sehr gute
66 kB - Karte als Überblick und eine gute,
aber 504 kB große Karte betrachten. Um die Karte vollständig
zu verstehen, benötigst Du natürlich die entsprechende
"Fjällkartan". Ich möchte nochmals darauf
hinweisen, daß ich damit keine eigenen Erfahrungen habe
und es sich nur um einen Vorschlag handelt, den man auf eigene
Verantwortung ausprobieren muß.
Rainer Kick (RKick.smile@t-online.de) ist die Strecke gegangen,
und er schreibt:
"Es ist, wie ihr schon vermutet habt, ein recht mühseliger
Weg. Bei Nebel ist die Orientierung bestimmt schwierig und man
muß immer um sehr große Steinbrocken balancieren
oder herumlaufen. Einzig der Abschnitt bis zum Berg Kiertokiesjtjåkkå
ist relativ einfach; aber ohne Wasser! Doch einen riesigen Vorteil
scheint mir diese Route trotzdem zu haben: Man hat bei schönem
Wetter viel, viel bessere Sicht auf die umliegenden Sarekberge
und in das Rapadalen, da man sich weit oberhalb des Rapadalen
befindet. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und
so waren die Ausblicke morgens und abends aus unserem Zelt heraus
unvergesslich schön. Auch kann ich jedem, der diese Route
wählt, nur empfehlen, einen Abstecher auf den äußeren
Gipfel des Ritok zu unternehmen; ist meiner Meinung nach noch
lohnender als der Skierfe. Alles in allem muß für
die Strecke Svine bis zur Renvaktarstuga, ohne Bergbesteigungen,
mit ca. zwei Tagen gerechnet werden. "
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