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Der Sarek Nationalpark - Allgemeine Information

Es ist sehr gebräuchlich, in jedem Buch über Lappland eine Einführung in den Sarek Park zu geben. Nach meiner Meinung ist die beste Einführung der Text der Schwedischen Naturschutzbehörde "Sarek - Mythos und Wirklichkeit" (siehe Indexseite). Hier sind einige Hinweise aus eigener Erfahrung:

Bedingungen im Sarek Nationalpark

Darin wird darauf hingewiesen, daß der Sarek Nationalpark mehr als andere Nationalparks in Schweden vor dem Einfluß des Menschen geschützt werden soll. Daher soll nichts unternommen werden, um Wanderungen zu erleichtern. Es gibt zwar Pfade, aber sie sind nicht markiert. Es gibt einige wenige Hütten, aber sie sind verschlossen und wurden für Wissenschaftler oder für die Rentierzüchter gebaut. Das Wetter kann sehr schlecht sein, es regnet sehr viel und es kann auch im Sommer schneien. Das kann natürlich auch auf einem der markierten Wanderwege passieren, aber es ist dann leichter, sich abends in der Hütte aufzuwärmen. Es gibt einige wenige Brücken, ohne diese wäre eine Tour durch den Sarek Nationalpark praktisch unmöglich. Die meisten Flüsse müssen durchwatet werden, was manchmal schwierig sein kann. Flußüberquerungen am Drahtseil, in Survivalkursen beliebt, kommen im Sarek nicht vor.

Es gibt Wanderer, die ihre erste Rucksacktour überhaupt im Sarek Nationalpark unternehmen, aber wenn man wenig Erfahrung hat, ist es ohne Zweifel besser, eine Tour auf einem der gut bekannten markierten Wege wie Padjelantaleden oder Kungsleden zu machen und sich mit den Bedingungen in Nordschweden vertraut zu machen.

Jedoch, wenn man die meisten Trails um den Sarek Nationalpark herum gegangen ist und mehr sehen will, übt der Sarek Nationalpark eine sehr große Anziehungskraft aus. Es gibt leichtere Touren, bei denen man in den Tälern bleibt und nicht über Pässe oder Gletscher geht, und schwierigere. Man sollte die BD10 Karte ausgiebig studieren und alle zugänglichen Informationen lesen, allerdings gibt es über den Sarek wesentlich weniger Bücher als über die markierten Wege. Ich bin sicherlich kein Sarek-Experte, aber ich versuche noch ein paar Grundlagen zu beschreiben, die man zum Kartenstudium wissen sollte.

Die Smaila-Brücke - ein zentraler Punkt

Die Smaila Brücke ist in der obigen Skizze leicht zu finden. Sie ist aus vielen Gründen ein zentraler Punkt. Ohne diese Brücke wären die meisten Nord-Süd- und Ost-West-Durchquerungen schwierig oder unmöglich. Man findet gute Zeltplätze in der ganzen Gegend um die Brücke herum, es gibt ein Notruftelefon an der verschlossenen Mikkastugan und sogar ein Toilettenhäuschen. Während der Wandersaison wirst Du wahrscheinlich andere Wanderer treffen, die diese Kreuzung verschiedener Trails passieren, vielleicht auch welche, die von hier eine Gipfeltour machen. Daher wird diese Gegend von schwedischen Wanderern "Smailaträffen" genannt.

Zugangsmöglichkeiten und Touren

Man kann die Smaila Brücke von Aktse durch das Rapa Tal erreichen, von Rinim durch das Pastavagge, vom Suorva Damm über die Brücke im südlichen Kukkesvagge und von Kisuris durch das Ruotesvagge. Das sind leichtere Touren (keine leichten Touren, aber leichter als andere im Sarek). Drei von ihnen sind auf der BD10 Karte als unmarkierte Pfade eingezeichnet. Normalerweise braucht man 2 bis 3 Tage, um die Smaila Brücke von außen zu erreichen. Um hinein- und wieder herauszuwandern, kann man eine Kombination zweier Touren nehmen und ist damit vier bis sechs Tage unterwegs, falls keine Probleme auftreten. Für den Trail Kisuris-Rinim ist z.B. in der Information des Naturvardsverket erwähnt, daß der Tjagnarisjakatj, ein kleinerer Fluß einige Kilometer von der Smaila Brücke entfernt, schwer zu durchwaten sein kann, und daß manchmal Schneefall in der Gegend von Pielaslätten vorkommen kann. Ich würde noch hinzufügen, daß das Pastavagge bis 1066 m hoch ist und in Wolken gehüllt sein kann.

Von der Smaila Brücke nach Westen kann man durch das Alkavagge und das Kuopervagge wandern. Die Alkavagge Tour kann zum Beispiel nach Staloluokta zum Padjelantaleden fortgesetzt werden und die Kuopervagge Tour nach Kisuris.

Von Süden kann man von Kvikkjokk über Påreks Sameviste in den Sarek Nationalpark gelangen und entweder nach Westen entlang des Njåtjosvagge wandern oder nach Osten zu der Brücke über den Kåtokjåkkå. Von der Brücke aus kann man das Sarvesvagge erreichen. Diese Touren führen durch höheres Gelände und sind schwieriger. Da ich keine eigenen Erfahrungen damit habe, möchte ich sie nur erwähnen.

Es bleibt noch, darauf hinzuweisen, daß die meisten tödlichen Unfälle offensichtlich beim Waten von Flüssen vorkommen. Daher ist es besonders wichtig, die Vorsichtsmaßregeln zu beachten, die in jeder Hütte an den großen Wanderwegen aushängen, und keine Risiken einzugehen. Man sollte problematische Stellen kennen, über die Brücken Bescheid wissen, aktuelle Karten verwenden und die eigene Leistungsfähigkeit nicht überschätzen. In stark strömenden Flüssen darf das Wasser nur bis zum Knie reichen, bei höherem Wasserstand wird die Durchquerung in der Strömung gefährlich.

Mehr Informationen über den Park gibt es auf dem Server des Naturvardsverket (in Englisch). Einige Beschreibungen von Sarek Touren findet man auf dem Server von "Utsidan" (http://www.utsidan.se). Zu den Wanderungen auf meinen Seiten beantworte ich gerne Email-Anfragen.

Allzeit eine gute Tour !

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