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Im Hochland des Padjelanta Nationalparks

Südlicher Padjelantaleden (Kvikkjokk-Staloluokta), 77 km, 5 Tage

(1994)

Carola und ich wanderten den Padjelantaleden Ende Juni. Wir starteten in Kvikkjokk, einem kleinen Dorf mit einer STF Fjällstation.

In der Bibliothek der Kvikkjokk Fjällstation

Die Fjällstation liegt malerisch am Kamajåkkå, wie dieses Bild aus der Bibliothek der Fjällstation zeigt. Abends nahmen wir nach der Sauna ein Bad im Fluss.

Kirche in Kvikkjokk

Eine Sehenswürdigkeit in Kvikkjokk ist die 1907 erbaute Holzkirche. Um 1650 gab es einige Silberminen im Sarek, deren Erz nach Kvikkjokk zur Aufarbeitung gebracht wurde. Ein Schild weist zu der Stelle, an sich die Silberhütte befand.

Die ersten vier Kilometer des Trails sind einfach: man muß das Delta des Tarraflusses durchqueren, und nur wenige Wanderer tun dies, weil es ein Boot gibt, mit dem man die Strecke wesentlich bequemer zurücklegen kann. Wir hatten zudem Hochwasser, und das Boot konnte daher zwei Extrakilometer in Richtung Njunjesstugan fahren. Wenn man in der entgegengesetzten Richtung wanderte, konnte man an einem Baum am Wanderweg ein Telefon finden, um das Boot zu bestellen. Heute soll sich das Telefon in der Nunjesstugan befinden.

Im unteren Tarredalen

Der Weg folgt dem Tal des Tarraätno. Er war nicht schwierig, aber anfangs waren die Rucksäcke natürlich etwas schwerer. Die Entfernung zu Njunjesstugan war von der Anlegestelle noch 11 km, meistens durch Wald. Nachdem wir die Hütte erreicht hatten, machten wir eine kurze Rast und und wanderten dann weiter zur Tarrekaisestugan, in der wir die Nacht verbrachten. Am nächsten Tag setzt sich der Weg durch das Tarradalen fort. Die Entfernung nach Såmmarlappa war nur 13 km. Wir waren bereits gegen 14 Uhr dort und legten uns auf die Betten zum Ausruhen. Am späten Nachmittag füllte sich die Hütte. Zwei Gruppen kamen an, eine aus dem Süden und eine aus dem Norden, und sie schienen sehr müde zu sein. Einige Wanderer würden auf dem Fussboden auf Matratzen schlafen müssen. Das Wetter war schön, wir hatten unser Zelt dabei, und es würde nicht dunkel werden. Wir fühlten uns auch nicht mehr müde. Wir gaben daher unsere Betten auf und wanderten weiter.

Tarredalen, an der Baumgrenze

Gegen 22 Uhr hatten wir die Grenze des Nationalparks erreicht. Wir waren nun an der Baumgrenze und schauten zurück auf die Wälder des unteren Tarredalen. Eine halbe Stunde später war es dann Zeit, das Zelt aufzubauen. Wir entschieden uns gegen einen niedriger liegenden Zeltplatz mit mehr Mücken und nahmen einen höhergelegenen mit mehr Wind. Der Wind frischte in der Nacht auf, und es wurde dann ein wenig laut.

Im Zelt

Nach dem Frühstück an unserem Zeltplatz auf halbem Wege zwischen Såmmarlappa und Tarraluoppal begannen wir die Wanderung erst am späten Vormittag. Um die Mittagszeit erreichten wir die Tarraluoppalstugorna. Jetzt stieg der Pfad an und wir mußten die Rucksäcke von 700 auf 1000 m tragen.

Blick auf das obere Tarredalen

Wir hatten das Tarredalen verlassen und hatten jetzt einen schönen Blick zurück auf den oberen Teil. Für die nächsten Stunden wanderten wir durch eine eindrucksvolle Landschaft mit Schneefeldern, Hügeln, Mooren, Seen und Flüssen, in der es nur eine spärliche Vegetation gab.

Rentiere im Hochland

In einiger Entfernung zog eine Herde von Rentieren langsam über ein Schneefeld. An wärmeren Tagen kühlen sich die Rentiere gerne auf solchen Stellen ab.

Zwischen Tarraluoppal und Tuoddar

Ein Blick auf die Karte zeigte eine große Zahl von Seen, und es war eigentlich erstaunlich, daß wir nur wenige der eiskalten Flüsse durchwandern mußten. Lange Schneefelder erschwerten das Gehen. Am Nachmittag kamen die Tuoddarstugorna in Sicht. Wir verbrachten die Nacht in einer der Sechs-Bett-Hütten zusammen mit zwei deutschen Wanderern. Abends prüften den Weg für den nächsten Morgen. Die Wanderung würde damit beginnen, den Zufluß und auch den Abfluß des Sees vor der Hütte zu durchwaten. Einige Wanderer, die am Abend aus Staloluokta kamen, versuchten die Watstellen zu umgehen, indem sie einen Weg über das Eis des Sees suchten, doch das hatte keine ausreichende Tragfähigkeit mehr, und es blieb beim Waten.

Watstelle bei Tuoddar

Die Flüsse waren nicht so tief, aber das Wasser war eiskalt. Ich fand, daß meine Wollsocken das kalte Wasser etwas abschirmen konnten. Um Verletzungen zu vermeiden, sollte man nie barfuß durch einen Fluß gehen. Die meisten Skandinavier sind an Gummistiefel gewöhnt, wir sind jedoch auf Sandalen angewiesen, da wir lieber in richtigen Schuhen wandern.

Tuoddarstugorna

Bevor wir den zweiten Fluß durchwateten, schauten wir zurück auf die Tuoddarstugorna in ihrer eisigen Umgebung. Der Weg nach Staloluokta war leicht, er führte meist leicht abwärts. Jedoch, schon in tiefergelegenem Gebiet, hatten wir noch einige Schneefelder zu durchqueren, auf denen das Gehen anstrengend war.

Virihaure und Staloluokta

Der Weg schien länger als erwartet zu sein, aber schließlich sahen wir Staloluokta in einiger Entfernung. Die Gebäude auf der Landzunge im Vordergrund rechts sind die Hüttenunterkünfte für Wanderer. Sie wurden früher, wie alle Hütten im Nationalpark, von der Naturschutzbehörde (Statens Naturvardsverket, SNV) verwaltet und haben einen ähnlichen Standard wie STF-Hütten. Seit 2000 stehen sie unter Verwaltung der Badjelandda Ekonomiska Förening, einer Sami - Kooperative. Das Haus am Fluß ist die Sauna. Die Häuser im Hintergrund sind das Sommerdorf der Sami. Der Padjelantaleden führt weiter entlang des Virihaure an den Häusern vorbei. Das Wetter war nicht gerade gut, es stürmte und regnete auch etwas. Wir bekamen Betten in einer der Hütten, und am Abend konnten wir in die Sauna gehen. Wir hatten nur vier Tage ohne warmes Wasser, aber in der Sauna zu sitzen, sich mit viel warmem Wasser zu waschen und sich im Fluß abzukühlen war ein Vergnügen, an das wir uns immer erinnern werden. Am nächsten Tag setzten wir die Tour mit dem nördlichen Teil fort.

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