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Oberhof und der Rennsteig


(1997)

In Mittelhessen, wo wir zu Hause sind, gab es in den letzten Jahren meist wenig Gelegenheit, unsere Langlauf-Skier zu benutzen. Im Vogelsberg haben wir meist nur für kurze Zeit gute Bedingungen. Die Alpen sind für ein Wochenende letztlich für uns doch zu weit entfernt, zumal, wenn man kein Fan langer Autofahrten ist.

Durch eine sportmedizinische Tagung wurden wir auf Oberhof in Thüringen aufmerksam. Bis dahin hatten waren wir gelegentlich in den Alpen gewesen. Wir hatten eigentlich nicht daran gedacht, dass es ein ausgezeichnetes Langlaufgebiet nur zwei Fahrstunden von uns entfernt mitten in Deutschland gibt. Schließlich ist Oberhof schon immer als Leistungszentrum für verschiedene Wintersportarten bekannt, es gibt kaum einen nordischen Wettkampf, in dem nicht mehrere Teilnehmer aus Oberhof sind, und auch der Weltcupgewinner im Biathlon 1997 war wiederum aus Oberhof.

Ausser zahlreichen Skatingloipen, einer Bob- und Rodelbahn und einer Therme mit Badelandschaft war hier natürlich der Rennsteig besonders interessant. Der Rennsteig, der je nach Jahreszeit zum Wandern, Radfahren und Skifahren geeignet ist, zieht sich 168 km weit von Hörschel bei Eisenach bis Blankenstein an der Saale. In Oberhof erreicht er Höhen von 800 und mehr Metern, dadurch ist eine gewisse Schneesicherheit gegeben.

Kennzeichen des Rennsteigs ist die Markierung mit einem weissen "R". Der Weg war gut gespurt und natürlich waren viele Skiwanderer auf ihm unterwegs.

Da wir etwas später eine Skiwanderung in Skandinavien machen wollten, hatten wir hier die beste Gelegenheit, unsere Ausrüstung zu testen und uns etwas an den Rucksack zu gewöhnen.

Im Verlauf der Woche konnten wir in einem Kurs auch unsere Skating-Kenntnisse wesentlich verbessern und natürlich einige Touren mit den klassischen Skiern machen. Am Parkplatz "Grenzadler" etwa 3 km von Oberhof entfernt war ein Festzelt aufgebaut, in dem es preiswerte Gerichte zu essen gab. Fast jeden Mittag kehrten wir hierher zurück und wärmten uns auf.

Die Rennsteigtherme, ein komfortables Bad mit grosser Rutsche, Aussenbecken und Sauna, war leider infolge der Ferien in den umliegenden Bundesländern völlig überfüllt. Bereits morgens um 9 Uhr, eine Stunde vor Öffnung, standen die ersten Gäste auf der Straße Schlange. Wir nutzten zweimal die etwas schwächere Zeit gegen 18 Uhr abends, um uns in der Sauna zu erholen. Das typische Thüringer Essen entsprach vielleicht nicht der idealen Sportlerernährung, aber da wir sonst nicht sehr viele Gelegenheiten haben, Ente mit Rotkraut und Klößen zu essen, nahmen wir darauf keine Rücksicht. Es schmeckte einfach zu gut.

Nach dieser Woche fanden wir, daß es uns als Langläufern für einen Skiurlaub an nichts fehlte, und so werden wir sicherlich im nächsten Winter wiederkommen.

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