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Pältsastugan

Kilpisjärvi - Treriksröset - Pältsastugan

17 km , 1 Tag (und zurück)

(1997)

Eine Karte findet sich in einem separaten Fenster.

Auf einer Tour durch den Norden waren wir in Kilpisjärvi / Finnland angekommen. Von hier aus gibt es einen Bootsverkehr zum Treriksröset, dem gemeinsamen Punkt der Grenzen von Norwegen, Schweden und Finnland. Pältsastugan, die nördlichste Hütte, die vom STF betreut wird, schien uns ein gutes Ziel für eine kurze Tour zu sein. Das Wandern war jetzt Mitte Juli nicht sehr angenehm wegen der Mückenplage, und wenn es besser werden würde in den Bergen, dann wollten wir weiterwandern, andernfalls umkehren. Es wurde nicht besser.

 Wandererzentrum Kilpisjärvi

Kilpisjärvi ist ein kleines Dorf am Nordende Finnlands mit einem Wandererzentrum (im Bild), das Unterkunft für Wanderer bietet, einigen Hotels und einem Supermarkt, in dem man die letzte Möglichkeit hat, Verpflegung zu den billigeren finnischen Preisen einzukaufen, bevor man nach Norwegen einreist. Ein regelmäßiger Bootsverkehr bringt Leute auf die andere Seite des Sees mit drei Fahrten pro Tag. Öffentliche Buslinien verkehren nach Tromsö in Norwegen und nach Enontekiö in Finnland, mit einer Verbindung nach Kiruna in Schweden

 Anleger in Kilpisjärvi

Um 10 Uhr morgens sammelten sich die Passagiere am Anlegesteg. Da inzwischen Ferien waren und auch schönes Wetter, waren zahlreiche Tagestouristen gekommen. Wir waren die einzigen Passagiere, die Rucksäcke dabei hatten.

 Weg nach Treriksröset

Zwischen einem Zaun auf der linken Seite des Weges und den Wintermarkierungen auf der rechten konnten wir uns auf der 3 km-Strecke nach Treriksröset unmöglich verlaufen.

 Treriksröset

Der gelb angemalte Betonblock im Wasser, umgeben von einer wunderschönen Landschaft, war ein Anziehungspunkt für Touristen, Carola und mich eingeschlossen. Fotos zu machen ist hier obligatorisch. Nachdem wir genug gesehen hatten, folgten wir dem Hinweisschild für den Nordkalottleden durch den Zaun, während die anderen Besucher zum Boot zurückkehrten. Ein leichter Anstieg von 400 m über 3 km, und der direkte Weg von der Anlegestelle kam hinzu. Wir stellten fest, daß die Weggabelung etwas von der in der Karte eingezeichneten Stelle abwich.

 Zwischen Kilpisjärvi und Pältsastugan

Auch gelegentliche Schneefelder stellten kein Problem dar. Die Sommer- und Wintermarkierungen waren nahe beisammen und der Trail folgte fast einer geraden Linie. So war es leicht, sich zu orientieren, aber das Wandern war nicht so angenehm, weil der Weg die natürlichen Formen der Landschaft zu ignorieren schien und stattdessen jedes Tal in einem Winkel von 90 Grad durchquerte. So stiegen wir immer wieder in die kleinen Täler ab und auf der anderen Seite wieder auf. Am Nachmittag erreichten wir Pältsastugan.

 Pältsastugan

Pältsastugan liegt im Pältsa Tal in einer malerischen Landschaft. Wir kannten den Hüttenwirt schon, wir hatten ihn vor Jahren in Teusajaure getroffen. Es war sein letztes Jahr als Hüttenwirt, er war jetzt 75 Jahre und das war die Altersgrenze, die der STF gesetzt hatte. Er hatte sich für Pältsastugan beworben und hatte hier die Sommer verbracht, seitdem die Hütte eingeweiht worden war. Während des letzen Sommers hatten 250 Besucher in Pältsa übernachtet, eigentlich nicht sehr viel. So war es sicher recht ruhig gewesen. Die Hütte war schön, sauber und alles war ganz neu, mit einem Zehnbettraum und zwei Vierbetträumen. Er machte Vorschläge für eine Rundwanderung und gab uns Hinweise für die Wegstrecken, die ich in meine Karte einzeichnete.

Ein schöner und freundlicher Abend, aber draußen warteten Milliarden von Mücken auf uns. Bisher hatten wir die Hauptsaison immer gemieden, und das würde wohl in der Zukunft auch das beste sein. Aber im Moment half uns diese Erkenntnis nicht weiter. Als wir die Hütte für einen Abendspaziergang verließen, sprach es sich in der Mückenpopulation schnell herum, daß zwei wohlschmeckende Touristen in der Gegend eingetroffen waren. Djungelolja hinderte sie zwar daran, uns zu beißen, aber es hielt sie nicht davon ab, um uns herum Wolken zu bilden und in unsere Nasen zu kriechen. Schwalben hatten ebenfalls den Weg hierher gefunden und sausten durch die Luft. Ich war etwas überrascht, denn so weit nördlich hatte ich sie nicht vermutet. Vermutlich lohnte sich der weite Flug aber wegen dem beachtlichen Nahrungsangebot. Wir waren weniger begeistert, wir hielten es für das Einfachste, wieder nach Kilpisjärvi zu gehen und uns an die norwegische Küste zurückziehen, und dorthin würden uns die Mücken bestimmt nicht verfolgen. Aber noch waren wir nicht dort. Immerhin war es leicht, das Innere der Hütte frei von Mücken zu halten, denn Carola und ich waren die einzigen Besucher, und die Mückengitter für die Fenster waren ganz neu, wie alles in der Hütte.

 In Pältsastugan

Am nächsten Morgen säuberten wir die Hütte noch einmal und wanderten zurück. Ich denke, daß Pältsastugan jetzt nicht nur die nördlichste und neueste, sondern auch die sauberste des STF war.

 Mittagsrast

Während der notwendigen Essenspausen zog ich es vor, die Mücken durch ein Gitter zu betrachten. Wir waren diesmal etwas schneller als auf dem Hinweg und wählten den direkten Weg zum Boot.

 Kilpisjärvi

Bevor wir von der Hochfläche hinunter zum See wanderten, genossen wir noch einmal die Aussicht. Gerade hier im Wald, wo es sehr nützlich gewesen wäre, war der Weg nicht mehr gut markiert, aber bald bemerkten wir, daß wir nicht über diesen kleinen Bach hätten gehen sollen, denn nun gab es gar keine Markierungen mehr. Wir mußten eine Strecke zurückgehen, um den Weg wiederzufinden. Wir erreichten das Boot und waren bald zurück in Kilpisjärvi. Die Pizza Nummer 6 mit getrocknetem Rentierfleisch, Blauschimmelkäse und Ananas, die uns Peter Bickel empfohlen hatte, war im Restaurant des Hiking Center ein würdiger Abschluß. Sie schmeckte ausgezeichnet. Das getrocknete Rentierfleisch aus dem Supermarkt war gut zu transportieren, und so konnten wir sie sogar einmal zu Hause nachkochen.

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