Zurück


WETTER UND WANDERSAISON

Wetter

Grundsätzlich ist beim Wetter in Nordschweden nahezu alles denkbar, und einiges haben wir schon erlebt. Gute 250 km nördlich des Polarkreises sind in den Wandergebieten zehn Zentimeter Neuschnee im August genauso möglich wie ein verregneter Tag bei Temperaturen deutlich über Null im Dezember. Auch lokal gibt es große Wetterunterschiede. So liegt Abisko bei Westwind im Windschatten der Küstengebirge und hat im Jahresverlauf weniger Niederschläge als Frankfurt. Nur dreißig Kilometer weiter, in Riksgränsen, mißt man die höchsten Niederschläge in ganz Schweden. Am IRF (Institut für Weltraumphysik) bei Kiruna werden seit 1996 Temperaturen gemessen. Die beiden Extreme bisher waren -41.8 °C am 27.1.1999 und +27.9 °C am 9.6.1997.

Der STF schreibt in der Mitgliederzeitschrift für den Sommer 2000, viele Wanderer seien durch Schlechtwettermeldungen für die Provinz Norbotten, in der die meisten Wege liegen, abgeschreckt worden. Norbotten sei aber 1000 km lang, und im Norden Norrbottens sei das Wetter gar nicht so schlecht gewesen.

Anhaltend schlechtes Wetter ist eigentlich nicht so häufig, doch kommt es vor, wie diese Eintragung im Buch der Kebnekaise Fjällstation aus dem Sommer 1996 zeigt. Ähnlich schlechte Erfahrungen hat Sebastian Wilhelmi bei seiner Wanderung auf dem Kungsleden von Kvikkjokk nach Abisko 1998 gemacht.

Saison

Für die Tourenplanung kann man die Öffnungszeiten der Hütten als die Hauptsaison ansehen. Die meisten Hütten öffnen Ende Juni und schliessen Anfang September. Die absolute Hauptsaison ist etwa vom 10. Juli bis 15. August, hier sind die Übernachtungen auch am teuersten.

Man kann auch vor oder nach der Saison Touren machen, aber dann kann es etwas größere Probleme mit der Organisation und dem Wetter geben. In den STF Hütten ist ein einfacher Raum das ganze Jahr zugänglich, so daß von daher keine Grenzen gesetzt sind, aber es gibt dann keinen Essensverkauf mehr und der zugängliche Raum ist vielleicht nicht beheizbar, auf jeden Fall steht kein Gas zum Kochen zur Verfügung.

Wir sind häufig etwas außerhalb der absoluten Hauptsaison gewandert. Auf dem Padjelantaleden waren wir Ende Juni und hatten noch einige Schneefelder, jedoch keine wirklich schwierigen. Wir vermeiden meistens Mitte Juli, weil dann außer der touristischen vor allem auch die Hauptsaison der Mücken ist. Saltoluokta - Kvikkjokk sind wir Ende August bis Anfang September gewandert, dann gibt es schon Herbstfarben und die Luft kann kühl und klar sein. Es kann natürlich kalt werden und die Busverbindungen sind nicht mehr ganz so gut wie während der Hauptsaison. Für den Sarek war nach meiner Meinung die erste Augusthälfte im allgemeinen am günstigsten, doch ist statistisch gesehen der August auch der regenreichste Monat.

Wandert man außerhalb der Saison, so sollte man bedenken, daß fast alle Risiken höher als in der Hauptsaison. Ende Juni 2000 z.B. gab es durch Schneeschmelze und Regen ein solches Hochwasser, daß Wanderer auf dem Padjelantaleden ausgeflogen werden mußten.


Wettervorhersage in Abiskojaure

"You don't need a weatherman to know which way the wind blows", so heißt es in einem Lied von Bob Dylan. Schwieriger ist es, wenn man wissen möchte, wie sich das Wetter entwickelt. In den Fjällstationen gibt es meist ein tägliches Wetterfax mit einer 5-Tages-Vorhersage, doch ist schon die Vorhersage für einen Tag oft wenig verläßlich. Unter Umständen kann der Hüttenwirt Angaben machen, wenn er eine Vorhersage erhält. Hat man einen elektronischen oder sonstigen Höhenmesser dabei, kann man den Verlauf des Luftdrucks verfolgen. Genaugenommen erlaubt das eigentlich auch keine Vorhersage für den nächsten Tag. Wetterdienst haben schließlich Meßpunkte in einem gewaltigen Netz samt Großcomputern zur Verfügung und dennoch klappt es oft mit der Vorhersage nicht.

Insgesamt bleibt also nichts, als mit Kleidung, Essen und Zelt für alle Fälle gerüstet zu sein. Ein leichtes Buch im Gepäck herumzutragen lohnt sich gelegentlich, mit dem man es dann ein oder zwei Tage in einer Hütte gemütlich machen kann.

Zurück