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Tagestour nach Vakkotavare
Die 100 km - Strecke von gestern spüren wir noch in den
Knochen, deshalb wollen wir heute nur auf eine Tagestour ohne
Gepäck gehen. Ritsem ist dafür leider zu weit und die
Fjällstation ist noch geschlossen, aber bis zur Hütte
von Vakkotavare müßten wir kommen. Dort endet ein
Abschnitt des Kungsleden, des bekanntesten Wanderwegs in Nordschweden.
Von Stora Sjöfallet radeln wir los in Richtung Ritsem. In
mehreren Stufen steigt die Straße langsam an. Sie ist jetzt
auch etwas schmaler und hat keinen Mittelstrich mehr, doch gibt
es Ausweichstellen.
Die erste kleine Stufe kommt schon nach zwei Kilometern, wo
wir etwa 30 Höhenmeter gewinnen. Über diese Stufe fielen
früher riesige Wassermengen und bildeten den Stora Sjöfallet
(Grosser See-Fall), bevor das Wasser zur Energiegewinnung umgeleitet
wurde. Danach bleibt die Straße relativ flach, bis
wir nach 8 km den Staudamm von Suorva erreichen. Wir fahren von
der Straße ab und am Staudamm entlang, um den Einstieg
zum Wanderweg zu erkunden, der von hier in den Sarek führt.
Dabei bestaunen wir das gewaltige Panorama der Berge in Richtung
Vakkotavare. Dann überwinden wir die Höhenmeter des
Staudamms und haben nun die 470 m - Linie erreicht. Kurz dahinter
gibt es einen Rastplatz für Wohnwagen und wenige Meter weiter
liegt ein großer Fels, der im Frühsommer 1998 auf
die Straße gefallen ist. Da es zu schwierig war, die Straße
freizuräumen, hat man sie einfach um einige Meter verlegt.
Wir fahren nun an der steilen Felswand entlang und da bleibt
es nicht aus, daß kurze Steigungen mit Gefällen wechseln.
Wir versuchen, so gut wie möglich den Schwung der Abfahrten
auf die Steigungen mitzunehmen, aber es wird anstrengend. Wie
gut, daß wir heute kein Gepäck dabei haben. Allmählich
erreichen wir die 500 m-Höhenlinie und schließlich
die Vakkotavare - Hütte. Die Akka, einer der markantesten
Berge des Nordens, kommt in Sicht. Es wird Zeit umzudrehen, denn
heute wollten wir uns ja eigentlich schonen.

Der Rückweg ist einfach und schnell, der Rückenwind
und das Gefälle helfen kräftig beim Treten mit, in
kürzester Zeit sind wir zurück in Stora Sjöfallet.
Bei einem Renskav mit Kartoffelbrei sitzen wir abends wieder
auf der Veranda des Restaurants in der Abendsonne und machen
unsere Pläne.
Eigentlich hatten wir vor, nach diesem Tag nach Porjus zurückzufahren,
um rechtzeitig wieder in Kiruna zu sein. Ein Studium der Busfahrpläne
zeigt aber, daß wir es mit Hilfe des Inlandsexpressen
auch in einem einzigen Tag von hier bis nach Kiruna schaffen
können. Warum sollten wir woanders hinfahren, wenn es uns
hier so gut geht, daß es nicht besser sein könnte
? Wir bleiben noch einen Tag.
Den folgenden Vormittag bringen wir mit Herumliegen und Lesen
zu, am Nachmittag gehen wir auf einen kleinen Ausflug zum Pietsasjaure,
wo wir dann ebenfalls herumliegen und die Landschaft genießen.
Inzwischen sind wir richtig gut erholt. Leider geht der Urlaub
nun auch zu Ende.
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