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Blick vom Inlandsvägen auf die Sarek-Berge

Gällivare - Porjus ( 50.5 km )

Montag, 3.6.2002

Von Gällivare aus steigt der Inlandsvägen erst steiler und dann abflachend über 10 km auf eine Hochebene. Nachdem wir das Plateau erreicht haben, ist das Fahren angenehm und einfach. Weite Ausblicke bieten sich hier nicht, die Straße verläuft durch Wald und ist relativ flach. An der höchsten Stelle pausieren wir kurz, hier hat man einen Ausblick auf die Berge des Sarek. Nach 43 km passieren wir die Abzweigung der Straße nach Stora Sjöfallet, und nach einer schnellen Abfahrt taucht Porjus vor uns auf. Wir rollen in den Ort und mieten uns als einzige Gäste in das Hotel Porjus ein. Das Zimmer ist sehr stilvoll eingerichtet und nicht ganz billig. Das Dagens Rätt sind Nudeln mit Hackfleisch und Tomatensoße, so daß wir kein Problem haben, für den morgigen Tag noch einmal Kohlenhydrate zu tanken. Auch einige Angestellte der Vattenfall bekommen das Abendessen gegen Essensmarken. Danach spazieren wir noch durch den Ort und beenden den Tag, indem wir uns ein Spiel der Fußballweltmeisterschaft ansehen.

Porjus - Stora Sjöfallet (101 km)

Dienstag, 4.6.2002

Die heutige Strecke ist die längste der Tour. Auf den 101 km von hier bis Stora Sjöfallet gibt es nicht nur keine andere Unterkunftsmöglichkeit, sondern auch sonst nichts, nur Wald, und so müssen wir bis Stora Sjöfallet kommen oder vorher umdrehen. Doch nachdem bisher alles sehr gut lief, sind wir optimistisch geworden. Nach dem Frühstück verpacken wir alles, Schild an der Abzweigung des Laponialedenfotografieren uns noch einmal und fahren gegen 10 Uhr gemächlich die Steigung auf dem Inlandsvägen zurück zur Abzweigung des Laponialeden. Wir fahren erst einmal 30 km durch und stellen fest, daß es auch heute wieder sehr gut läuft. Der Laponialeden ist schmaler als die anderen Straßen und der Straßenzustand ist wechselhaft. Gelegentlich ist die Teerdecke nagelneu, dann wieder holpern wir durch Schlaglöcher. Anfangs haben wir noch manchmal Sicht auf den See, dann fahren wir für viele Kilometer durch dichten Wald. Die Sonne brennt ohne Unterbrechung.

Kurz vor Mittag erreichen wir Nabreluokta (32 km von Porjus), einen kleinen Rastplatz mit Bank und Tisch, der zu einer Pause einlädt. Wir trinken und essen etwas und schmieren Sonnenschutzmittel nach. Ein kurzer Pfad führt zu einer Stelle, an der vor Jahrhunderten eine Kapelle stand. Es wäre ganz angenehm, hier etwas zu bleiben, denn im Schatten ist es kühl, doch nun greifen erbarmungslos die Mücken an. Wir verlassen den Rastplatz bald wieder und ziehen weiter. In der Hitze müssen wir viel trinken, und nach der Hälfte der Strecke ist unser Getränkevorrat zu Ende. Verdursten ist in Lappland sicher unmöglich, doch an der Straße gibt es andererseits auch keine bequeme Möglichkeit, an gutes klares Wasser zu kommen. Wir fahren weiter. 75 km sind hinter uns, als wir den Rastplatz Kirjaluokta erreichen. Hier wartet eine angenehme Überraschung. Ein Schild Kallkälla (Kaltquelle) zeigt zu einem Schuppen, in dem in einer abgedeckten Einfassung kühles und klares Quellwasser aus der Erde sprudelt. Wir trinken und füllen unsere Flaschen auf. Das Wasser schmeckt unvergleichlich gut. Leider versammeln sich nun auch wieder die Mücken, und wir müssen weiter.

Die Aussicht wird abwechslungsreicher. Bei Kebnats fahren wir auf der Abzweigung zum Landungssteg, von dem im Sommer ein Boot nach Saltoluokta geht. Einige kurze Steigungen sind noch zu bewältigen, dann rollen wir bei Stora Sjöfallet ein. Für die Tour von 100 km haben wir 6 Stunden benötigt. Nach einer Dusche und einem Rundgang finden wir uns früh zum Abendessen ein. Das Tagesgericht ist ein Saibling, auf eine ungewöhnlich delikate Weise zubereitet. Frisch gefangen, zuerst leicht geräuchert und dann in der Pfanne gebraten, sieht er ausgesprochen interessant aus und hat einen unvergleichlichen Geschmack. Kein Nobelrestaurant könnte mit diesem Essen mithalten, da sind wir uns sicher. Nach dem Essen sitzen wir noch lange in der Abendsonne, erinnern uns an die Sarek-Tour von 1996, die wir hier in Stora Sjöfallet beendeten, und an andere Wanderungen, die wir hier im Norden gemacht haben. Bei einem weiteren Norrlands Guld hängen wir Träumen nach, die nur gelegentlich von Mücken unterbrochen werden, die sich aber jeweils leicht fangen lassen.

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