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Torneträsk bei Abisko

Abisko - Riksgränsen (38 km) - Abisko

Abisko - Riksgränsen, 29.5.2002

Morgens rufe ich wieder in Riksgränsen an. Tatsächlich, das Hotel ist fast ausgebucht, zur Zeit findet noch die Extreme Skiing Competition statt, und die Preise sind fast so extrem wie die Felswände, an denen sich die Extremskifahrer hinunterstürzen. Wir entschließen uns trotzdem, denn wir wollen keinesfalls auf die Fahrt nach Riksgränsen verzichten, und eine Nacht in Riksgränsen reicht uns ja. Zu lange haben wir uns darauf gefreut, diese Tour zu machen, und nachdem das Wetter unglaublich gut ist, müssen wir einfach fahren. Ich buche das Zimmer.

Bis 10.30 Uhr brauchen wir, um nach einem gemütlichen Frühstück im Keron-Gebäude die Sachen zu verpacken, die Fahrräder reisefertig zu machen, Zimmer und Küche zu reinigen und auszuchecken. Eilig haben wir es nicht, die Strecke ist ja nur knapp 40 km lang mit 150 Höhenmetern Aufstieg. Ein paar Sachen lagern wir im Gepäckraum der Station ein, so daß das Fahrrad leichter wird. Mutig ziehen wir kurze Radhosen an. Wir fahren die Strecke bis Tornehamn sehr langsam, denn heute ist der See ganz ruhig und wir können uns an den Spiegelungen kaum sattsehen. Kein Lüftchen rührt sich, und die Temperatur steigt. Am Rastplatz in Tornehamn halten wir kurz an.

Anstieg zum PaktajaureHier beginnt die erste größere Steigung hinauf zum Báktajávri (Paktajaure), die wir im kleinen Gang mit etwas Anstrengung bewältigen. Oben steigt es zwar für weitere 12 km, doch nun sehr flach. Wir fahren durch bis zur Bahnstation Vassijaure. Dort steht ein Erzzug im allerbesten Licht und so schwenken wir zum Bahnhof ein, damit ich meine Sammlung von Eisenbahnbildern vergrößern kann. Zwei Männer nehmen auf Gartenstühlen ein Sonnenbad am Parkplatz und verkaufen dabei Coca-Cola an durchreisende Norweger, 24 Dosen zu 80 NOK. Ein schwedischer Preis ist nicht angegeben. Auf dem Parkplatz stehen einige Wohnwagen und ein zitronengelber Hubschrauber. Wir unterhalten uns mit den Männern, während der Hubschrauber abhebt und über den Bergkämmen verschwindet.

In Vassijaure sind wir sind bereits auf der Höhe von Riksgränsen, doch müssen wir wieder ein paar Höhenmeter hinunter. Auf dem See bei Riksgränsen liegt noch eine Eisschicht, während ich bei 24 Grad Außentemperatur in meiner kurzen Radhose schwitze. Der letzte Anstieg zum Hotel ist der härteste, ich muß auf das kleinste Kettenblatt schalten, das man auch den Rettungsring nennt, und habe Mühe, die Fußgänger zu überholen und dabei noch einigermaßen locker auszusehen.

Nach dem Einchecken fahren wir mit dem Sessellift in der Nachmittagssonne zu einer Bergstation, um Riksgränsen von oben zu betrachten. Billig ist es nicht, schließlich sind wir in einem Ski-Ort, doch das Erlebnis ist die Ausgabe wert. Danach genießen wir Apres-Bike bei Livemusik auf der Terasse des Hotels. Nach der Dagens Pasta und einem Bier packt uns die Müdigkeit. Die zumeist jüngeren Leute haben wesentlich besseres Durchhaltevermögen, denn jetzt geht es in der Bar erst richtig los. Vielleicht ist Skifahren ja auch weniger anstrengend als Radfahren ? Wir müssen uns hinlegen, lesen noch eine kurze Weile, dann fallen uns die Augen zu. Die Sonne geht noch lange nicht unter und über Nacht schmilzt das Eis auf dem See.

Riksgränsen - Abisko, 27.5.2002

Auch heute haben wir viel Zeit. Auf der Rückfahrt haben wir die meiste Zeit Gefälle und müssen uns daher kaum anstrengen. Wir stehen spät auf und frühstücken lange. Erst gegen 11.30 Uhr verlassen wir Riksgränsen, um zunächst bis Låktatjåkka zu fahren. Hier startet auch der Weg zum Trollsjön, einem der interessantesten Bergseen in dieser Gegend, den wir eigentlich wandern wollten. An der Bahnstation treffen wir auf Lars, der diese Wanderung ebenfalls machen wollte, aber umgekehrt ist. Der Schnee liegt noch zu hoch, trotz des schönen Wetters ist es Ende Mai einfach zu früh. Lars fährt nun mit dem Zug nach Abisko zurück. Wir warten den Zug ab und gehen dann zur Straße zurück.

Abfahrt zum PaktajaureDie folgende Strecke ist angenehm, ein langgezogenes Gefälle von 100 m Höhenunterschied auf 15 km mit nur minimalen Steigungen zwischendurch. Wir fahren mühelos, werden aber auch nicht zu schnell und können daher die Strecke maximal genießen. Am Ende dieses Abschnitts steuern wir den Rastplatz am Paktajåkka an. Er ist sehr schön, aber leider liegen hier einige Abfälle, die in Russisch und Dänisch beschriftet sind..

Die steilere Abfahrt vom Paktajaure hinunter nach Tornehamn liegt schnell hinter uns, und hier fällt uns jetzt auf, wie sehr sich die Landschaft verändert hat. Innerhalb von zwei Tagen ist der graubraune Birkenwald grün geworden. Am späten Nachmittag melden Abisko, Torneträsk und Lapportenwir uns wieder in der Rezeption von Abisko Turiststation an und fahren dann weiter zu ICA Lapporten, um ein Abendessen einzukaufen. Da wir uns nicht viel Arbeit machen wollen, gibt es heute Kjöttbullar (Fleischklößchen) aus der Gefriertruhe mit Nudeln und Tomatensoße, und so bleibt uns die Zeit, einen weiteren traumhaften Abend in der ruhigen Abgeschiedenheit zu genießen, die Abisko in der Nebensaison bietet.

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