Fahrradtour auf dem "Rallarvegen" an der Oslo-Bergen Eisenbahn

(Haugastoel - Finse, 27 km eine Richtung, 1994)

Im September 1994 waren wir in Südnorwegen mit unseren Fahrrädern. Wir hatten nicht mehr die Zeit für eine längere Tour, so machten wir nur eine Tagestour entlang des "Rallarvegen" und hoffen, eines Tages wiederzukommen. Der "Rallarvegen" ist eine Schotterstrasse, die beim Bau der Oslo-Bergen Eisenbahnlinie verwendet wurde. Jetzt ist sie für Autos gesperrt ausser für die Menschen, die dort wohnen oder arbeiten, und einem Abschnitt bei Haugastöl, und sie ist jetzt eine sehr populäre Fahrradtour. Wir fuhren von Haugastöl nach Finse und zurück in einem Tag. Dieser Abschnitt ist nicht schwer, eine Richtung ist 27 km lang.

Wenn man die Tour ausdehnen will, kann man weiter nach Myrdal fahren, dieser Teil ist länger und schwieriger. Bei Finse fährt die Eisenbahn in einen Tunnel von 10.3 km und die Strasse führt aussen entlang. Du solltest Dich über den Straßenzustand informieren, bevor Du auf diese Strecke gehst, denn sogar während des Juli wird es empfohlen, auf dem Abschnitt Finse-Hallingskeid wegen des Schnees den Zug zu benutzen. Eisenbahnfans können dort ohnehin keine Züge beobachten, denn sie sind ja im Tunnel.

Die gesamte Entfernung Finse Bahnstation - Myrdal Bahnstation ist 38 km. Von Myrdal kannst Du abwärts nach Flam im Aurlandsfjord fahren, entweder mit dem Fahrrad oder mit der Flamsbahn, Norwegens steilster Eisenbahnstrecke. Man kann sich vorstellen, dass die Strecke hinunter zum Fjord mit dem Fahrrad schwierig ist wegen des Höhenunterschieds von 870 m, und die Strasse ist nicht sehr gut. Von Flam kann man dann im Fjord eine Fähre nach Kaupanger nehmen oder nach Myrdal zurückkehren. Es ist also möglich, jeden Abschnitt mit der Bahn zu fahren. Einige Züge am Morgen und am Abend haben einen "Sykkelvogn". Es gibt viele Möglichkeiten für Touren, die man vor Ort erkunden kann. Wenn man kein Fahrrad hat, kann man an den Bahnhöfen eines leihen und vom Zielort zurückschicken. Die beste Zeit ist Juli bis September. Im Juli hat man noch mehr Schnee auf der Strasse in grösserer Höhe, und im Juli und August gibt es relativ viel Fahrradverkehr. Im September hat man weniger Verkehr und weniger alten Schnee, aber ein gewisses Risiko für Neuschnee.

Als wir in Haugastöl starteten, klarte der Himmel etwas auf. Du solltest nicht zu schnell fahren, insbesondere in unübersichtlichen Kurven, denn hinter jeder Kurve kann eine Schafherde stehen.

Während des Tages hatten wir nicht sehr viel Glück mit dem Wetter, aber Eisenbahnen kann man schliesslich auch im Regen fotografieren. In der Gegend von Finse wird die Strecke erneuert und begradigt, und die Bedingungen werden von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Einige der malerischen alten Brücken und die alten Schienen werden durch neue ersetzt, um die Reisezeit zwischen Oslo und Bergen zu verringern.

Die Finse Bahnstation auf einer Höhe von 1222 m ist bekannt als die höchste Eisenbahnstation in Norwegen. Du kannst im Hotel übernachten oder in der Station des DNT, des norwegischen Touristenvereins. Wir wärmten uns mit einem Kaffee, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Auf dem Rückweg regnete es fast ständig. Man muss zu dieser Jahreszeit auch mit Schneefall rechnen. Vor einigen Jahren, als wir im nahegelegenen Hardangervidda wanderten, hatten wir Anfang September bereits Schnee.

Einige Tage später kauften wir eine Ausflugsfahrkarte für eine Tagestour nach Bergen mit einem Aufenthalt in Bergen von einer Stunde. Nachdem wir den Finse Tunnel passiert hatten, konnten wir die Strecke zwischen Finse und Myrdal sehen, an einigen Stellen lag noch Altschnee.

Die Zeit in Bergen war gerade ausreichend, um den Markt und die alten Häuser am Hafen zu besichtigen, bevor wir nach Geilo zurückkehrten. Diesmal war es bereits dunkel, als der Zug durch die spektakuläre Berglandschaft um Finse fuhr.

Mehr Informationen im Internet kannst Du auf A WWW railway page for Norway finden. Suche die "Network"-Seite auf und schaue dort nach der Oslo-Bergen Linie und der Flam Linie. Dort findest Du auch Höhenprofile und Fahrpläne. Und ein anscheinend ziemlich harter Bursche, vermutlich ein Norweger, beschreibt dort eine Jogging Tour entlang des Rallarvegen. Schliesslich kannst Du in den Bahnstationen und Touristeninformationen der Gegend ein Faltblatt mit allen wichtigen Informationen bekommen.

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