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Der Fahrplan
(1999)

nach unten in nördlicher
Richtung

(X : Bedarfshaltest.)

 

Östersund
ab 7.05 Uhr

Östersund Västra
X

 

Jamtli
X

 

Lit
7.32

 

Häggenås
X

 

Norderåsen
X

 

Munkflohögen
X

 

Jämtlands Sikås
8.20

 

Hallviken
X

 

Ulriksfors
8.53 - 9.10
(Frühstück)

 

Lövberga
X

 

Hoting Camping
X

 

Hoting
9.53

 

Dorotea Camping
X

 

Dorotea
10.18 - 10.20

 

Meselefors Camp.
X

 

Meselefors
X

 

Vilhelmina
11.05 - 11.10

 

Vojmån
X

 

Storuman
12.15-12.55
(Mittagessen)

 

Sandsjönäs
X

 

(Vindelälv)
Blattnicksele
X

 

Sorsele
14.05 - 14.25
(Museum)

 

Buresjön
X

 

Slagnäs
14.55

 

Avaviken
X

 

Arvidsjaur
15.45 -16.15
(Kaffepause)

 

INLANDSBAHN

TEIL I: ÖSTERSUND - ARVIDSJAUR
© Kurt Bangert und Carola Bläsing-Bangert

6.August 1999

Schon seit einigen Jahren planen wir immer mal wieder eine Fahrt mit der Inlandsbahn, aber leider stellt die Bahn bereits Mitte August den Betrieb ein, und unser Urlaub liegt immer zu spät. Doch im Jahr 1999 gibt es eine Ferien-Konstellation, die es gerade noch möglich macht, und so buchen wir einen Flug nach Östersund und ein Hotel. Weil es per E-Mail zu buchen ist und in der Nähe des Bahnhofs liegt, wählen wir das Hotel Älgen. Von Östersund wollen wir mit der Inlandsbahn bis Jokkmokk fahren. In Arvidsjaur wollen wir die Fahrt unterbrechen, um eine Dampfzug-Sonderfahrt mitzumachen.

Mittags steigen wir bei über 30 Grad in Frankfurt in das Flugzeug, und wenige Stunden später sind wir in der angenehmen Kühle von Östersund. Vom Flughafen nehmen wir den Flugbus in die Stadt. Es ist bereits gegen 19 Uhr, als wir das Hotel erreichen. Der Übernachtungspreis ist wegen des hohen Durchsatzes an Hotelgästen sogleich zu bezahlen. Das ist uns auch lieber, denn wir müssen am anderen Morgen schon sehr früh und pünktlich das Hotel verlassen und können uns keine Verzögerungen leisten. Da wir nicht am Frühstück teilnehmen, bekommen wir schon jetzt ein Frühstückspaket. Ein freundlicher Service, so finde ich.

Bahnhof Östersund

Wir gehen noch zum Bahnhof, um Fahrkarten zu besorgen. Inzwischen ist es 21 Uhr, und ich rechne eigentlich damit, daß dort bereits alles geschlossen ist. Doch der Fahrkartenverkauf der Inlandsbahn ist noch geöffnet. Der Inlandsbahnzug aus Gällivare kommt erst um 21.27 Uhr. Weil wir die Fahrt in Arvidsjaur wegen des Dampfzugs unterbrechen wollen, bekommen wir zwei Fahrkarten. Die Karte Östersund - Arvidsjaur kostet 237 Kronen und die Karte Arvidsjaur - Jokkmokk 87 Kronen. Wir lassen uns auch Plätze reservieren, obwohl es vielleicht überflüssig ist, aber wir möchten auf jeden Fall einen Fensterplatz haben.

Danach gehen wir durch den Park am Ufer des Storsjö (großer See). Hier lebt storsjöodjuret, ein etwa 3 bis 6 Meter langes Tier mit 3 charakteristischen Buckeln, das eigene Webseiten hat. Die Hoffnung, ein Foto des Tieres zu bekommen, erfüllt sich nicht, und wir suchen stattdessen eine gemütliche Kneipe auf.

7. August 1999

Um 6.00 Uhr schaltet sich der Radiowecker ein. Wir machen uns fertig. Das Frühstück aus der Tüte ist mangels frischen Kaffee nicht ganz zufriedenstellend, doch wir hoffen, den Rest im Zug nachzuholen. Um 6.45 Uhr sind wir am Bahnhof in Östersund. Ein Zug aus Stockholm kommt gerade an. Hunderte von Wanderern verlassen den Zug und gehen zu drei großen Bussen. "Storlien" steht auf den Bussen. Offensichtlich ist das für die Schweden ein beliebtes Ziel für eine kurze Tour übers Wochenende. Der Nachtzug von Stockholm trägt sicher mit dazu bei, daß die STF-Fjällstation Helags die höchsten Übernachtungszahlen aller STF-Hütten hat.

Inzwischen ist auch die Inlandsbahn in den Bahnsteig eingefahren. Etwa 30 Fahrgäste steigen in den Zug. Er besteht aus einem Wagen mit moderner bunter Lackierung und einem Wagen im klassischen Rot, in dem auch unsere Plätze sind. Es gibt viel Platz, die Reservierung hat uns aber Sitze in einer Vierergruppe eingebracht. Hier können wir es uns bequem machen und uns etwas ausbreiten.

Fahrräder werden in das Gepäckabteil geladen und wir stellen auch unsere Rucksäcke dort ab. Die Abfahrtszeit rückt näher, und pünktlich um 7.05 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung.

Wir fahren durch Östersund Västra und Jamtli. Um 7.30 Uhr halten wir kurz in Lit. Nachdem die Zugbegleiterin die Fahrkarten kontrolliert hat, geht sie ein zweites Mal durch den Wagen, um die Bestellung für das Frühstück aufzunehmen. Wir bestellen einen Kaffee, den wir heute morgen vermißt haben, und wählen dazu ein Sandwich mit Ziegenkäse.


Wir passieren Häggenås, Norderåsen und Munkflohögen. Um 8.15 Uhr erreichen wir Jämtlands Sikås. Hier macht der Zug eine kleine Pause, denn bis hierher sind wir zu schnell vorangekommen und dem Fahrplan voraus. Der Zugführer wartet die reguläre Abfahrtszeit ab. Hallviken wird durchfahren und wir sind pünktlich in Ulriksfors.

 

Frühstück in Ulriksfors

Das Frühstück steht auf einem Tisch vor dem Bahnhof bereit, und das Wetter spielt auch mit. Das Sandwich mit Ziegenkäse entpuppt sich als eine Rolle aus lappländischem Fladenbrot mit Geitost, dem skandinavischen etwas süßlichen Ziegenkäse. Es schmeckt ausgesprochen lecker. Wir sitzen vor dem Stationsgebäude mit Blick auf den Schienenbus und trinken den Kaffee. Niemand beeilt sich hier, und so hat der Zug bei der Abfahrt wohl etwas Verspätung. Wir verlassen jetzt die Provinz Jämtland.

Bald darauf halten wir in Hoting. Eine etwas abseits aufgestellte Diesellok schreckt mich auf, und ich mache einen Spurt, um ein Foto zu bekommen. Hoting liegt in Angermanland, das bis zur Ostküste Schwedens reiche und hier nur einen schmalen Ausläufer hat. Kurz darauf überqueren wir bereits die südliche Grenze der Provinz Lappland.

Jeder Ort hier in dieser Gegend scheint auch einen Campingplatz zu besitzen. Der Zug hält jeweils im Ort und auf Anfrage auch an den Campingplätzen. Die Orte Dorotea, Meselfors, Vilhelmina ziehen vorbei. Die Zeit vergeht schnell und wir genießen die Fahrt. Für das Zugpersonal ist es Zeit, an das Mittagessen zu denken. Unsere Bestellung wird aufgenommen.

Um 12.15 erreichen wir Storuman am Umeälv. Hier ist ein großes Stationsgebäude, was wir schon von der Busfahrt im Winter her kennen. In dem sehr gemütlichen Restaurant nehmen wir mit den meisten anderen Fahrgästen ein preiswertes Mittagessen ein.

Mittag in Storuman

Die Pause tut gut, der Zug steht hervorragend im Licht, und man möchte immer wieder fotografieren. Um 12.45 strömen wir langsam wieder zum Triebwagen, es geht weiter nach Norden.

Fahrt über den Vindelälv

In Blattnicksele soll einer der besten Campingplätze am Vindelälv sein. Wir fahren über den Vindelälv.

In Sorsele ist wieder eine Pause vorgesehen, denn hier ist das Inlandsbahn - Museum. Nach einer halben Stunde geht die Fahrt weiter. Zwar sind wir noch längst nicht am Polarkreis, doch Buresjön, das wir gerade durchfahren, ist eine der kältesten Stellen in Schweden, 1951 sank hier das Thermometer auf -55 Grad.

Glücklicherweise warnt uns der Lautsprecher, daß wir gleich das kleinste Stationsgebäude Schwedens passieren, sonst hätte ich das Foto im Vorbeifahren sicherlich verpaßt.

Arvidsjaur ist erreicht, und wir verlassen den Zug für heute. Auch die anderen Reisenden steigen aus, weil eine halbstündige Kaffeepause vorgesehen ist. Wir ziehen die Rucksäcke auf und bringen unser Gepäck ins Hotel. Viel Zeit bleibt uns nicht, bald müssen wir wieder zum Bahnhof zurück, um die letzte Dampfzug - Sonderfahrt dieses Jahres mitzumachen.

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