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Ångtåg

Dampfzugfahrt Arvidsjaur - Moskosel 7.8.1999
© Kurt Bangert und Carola Bläsing-Bangert

Gerade sind wir mit dem Schienenbus aus Östersund nach Arvidsjaur gekommen. Zwei Stunden bleiben uns noch, dann fährt der letzte Dampfzug dieses Jahres ab. Unser Gepäck ist im Hotel verstaut, und rechtzeitig vor der Abfahrt begeben wir uns zum Bahnhof. Der Zug steht bereit. Das Wetter spielt mit, und alle scheinen hier gutgelaunt zu sein.

Carola ist etwas in Sorge, weil ich fast bis zur letzten Minute draußen bin, um noch zu fotografieren. Die Abfahrtszeit ist erreicht, die letzten Türen werden geschlossen, so muß ich auch in den Zug. Der Zug ist gut besetzt, aber wir finden ein freies Plätzchen in einem Großraumwagen. Langsam setzt er sich in Bewegung und rollt aus dem Bahnhof. Die gemächliche Fahrt bis Moskosel wird fast eineinhalb Stunden dauern. Wir fahren meist durch Kiefernwälder, die mit Moorlandschaften wechseln. Zwei Rentiere werden durch Pfiffe der Lok von den Schienen vertrieben.

Nach einer Stunde ist mein Kopf vom Fotografieren am offenen Fenster etwas eingerußt, und wir begeben uns nun in den gemütlichen Speisewagen, um ein Abendessen einzunehmen. Lachs mit Dillkartoffeln gibt es, dazu Tunnbröd mit Butter, Salz und Pfeffer. Danach suchen wir uns für den Rest der Fahrt ein kleines Abteil.

Wir kommen in der Endstation Moskosel an und sehen uns um. Es ist bereits 19 Uhr, aber die Sonne gibt noch viel Licht. Die Fahrgäste steigen aus und die meisten gehen in das Gebäude, in dem es Kaffee und Kuchen und in einem Raum auch eine kleine Ausstellung zum Bau der Inlandsbahn gibt. Draußen kann man eigene Erfahrungen zum Eisenbahnbau sammeln. Carola zieht Schwellennägel heraus, schlägt sie wieder ein und hebt auch ein komplettes Schienenstück. "Allt sker på egen risk" erinnert mich daran, vorsichtig zu sein, und so verzichte ich auf darauf, das ebenfalls zu versuchen.

Die Lok muß jetzt umgesetzt werden, Wasser wird nachgefüllt. In der Abenddämmerung ergeben sich stimmungsvolle Bilder.

Die Zeit der Rückfahrt ist erreicht. Draußen wird es langsam dunkler. Eigentlich war es im Speisewagen am gemütlichsten, so suchen wir uns dort wieder einen Platz. Das Bier gibt es jetzt im Ausverkauf für die Hälfte, denn das ist die letzte Fahrt dieses Jahres. Keine schlechte Idee. Die Stimmung im Zug ist hervorragend. Sicher war es auch für den Verein, der den Zug betreibt, ein erfolgreiches Jahr. Gegen 22 Uhr sind wir wieder in Arvidsjaur. Noch eine Zeitlang steht die Lok auf dem Gleis. Fast ein ganzes Jahr wird nun vergehen, bis sie wieder mit einem Zug auf die Strecke geht.


 

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