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HEW-CYCLASSICS 2002

Samstag, 3. August : Vor dem Rennen

AnmeldungAm Samstag, dem 3. August 2002, waren wir schließlich nach Hamburg unterwegs. Früher hatten wir für solch längere Fahrten gern die Bahn benutzt, doch unsere Erfahrungen mit der Bahn waren in den letzten Jahren nicht mehr so positiv wie früher gewesen, und so entschieden wir uns für die Anreise mit dem Auto. Die Fahrt war in der Urlaubszeit mit einigen Staus verbunden, aber gegen 14 Uhr hatten wir es geschafft und checkten im Hotel ein. Es gab noch einiges zu tun. Wir gingen zu den Informationszelten am Jungfernstieg, um unsere Startnummern, Informationen und sonstiges abzuholen. Hier und auf dem Platz vor dem Rathaus herrschte Volksfest - Atmosphäre. Nachdem wir die Unterlagen bekommen hatten, sahen wir uns an den verschiedenen Ständen der Ausstellung um. Bei Festina gab es eine Mütze in gelb-blau, am Telekom - Stand gab es eine Mütze in magenta, und bei PowerBar deckten wir uns noch mit dem Elektrolytgetränk ein, weil es nicht ganz so sauer ist wie das anderer Hersteller.

Danilo Hondo und Erik ZabelZu den nobelsten Ausstellern gehörte sicherlich Pinarello. Unter anderem konnte man ein typisches Rad des Teams Telekom bewundern, wunderschön in Magenta und Schwarz und sicherlich alles aus feinstem Carbon. Hier stellte sich am Nachmittag Erik Zabel zusammen mit Danilo Hondo zu einem Autogrammtermin ein. Einen Tag zuvor hatte er die "Nacht von Hannover 2002" gewonnen, und als Sieger der HEW - Cyclassics 2001 war er natürlich auch in diesem Jahr gekommen, um das Rennen zu gewinnen. So mußte er sich wohl recht früh wieder von der Autogrammstunde zurückziehen, was heftigen Protest einiger Fans auslöste. Ähnlich wie die Profis mußten auch wir wieder ins Hotel, um noch einige Vorbereitungen zu treffen.

Wir legten die Kleidung zurecht, lasen uns die Informationen zum Rennen durch, befestigten die Startnummern am Hemd, testeten die Fahrräder noch einmal, brachten den Transponder an der Vorderachse an, lasen die Informationen noch ein zweites Mal durch und überlegten, ob wir alles bedacht hatten. Ich stellte fest, daß ein Radrennen doch insgesamt wesentlich komplizierter in der Vorbereitung war als ein Marathonlauf. Was die Technik betraf, konnte bei einem Lauf eigentlich höchstens der Schnürsenkel reißen - das war hier etwas anders, aber es machte Spaß. Irgendwann lag alles fix und fertig bereit, und wir gingen wieder zum Volksfest.

Wir beobachteten das Youngster-Rennen, sahen das Team Gerolsteiner beim Stadtbummel, und wir entschlossen uns, doch mit unseren Gutscheinen zur Pasta-Party zu gehen. Wir wollten das Essen eigentlich nur probieren, um dann später in ein Restaurant zu gehen, deshalb versuchten wir es zunächst vorsichtig mit einer kleinen Portion, aber die Tomatensoße, die von der Kantine der HEW zubereitet war, schmeckte so gut, daß wir uns erneut anstellten und auf ein anderes Abendessen verzichteten. Dazu gab es eine Dose "Holsten Cooler", die Hamburger Version eines Radlers, der gelegentlich auch Alsterwasser heißt, und es schmeckte gut zur Pasta. Anschließend testeten wir noch das Pilsner der gleichen Firma, die der Marktführer in Deutschland ist.

Pasta-PartySo saß jedermann und -frau in der Abendsonne bei Pasta und Holsten-Getränk, die Stimmung war gut, doch man spürte auch eine gewisse Spannung. Durchtrainierte Radfahrer schoben erstklassige Rennräder vorbei, man fachsimpelte von 200 km-Strecken und berichtete von Radmarathons mit 3000 Höhenmetern, Alpenpässen und anderen Rennen. Wie würde das morgen wohl bei uns Anfängern werden ? Es wurde Zeit, wieder ins Hotel zu gehen. Auf dem Rückweg kamen wir an der Tribüne am Zieleinlauf vorbei, der NDR hatte inzwischen die Kameras eingerichtet. Hier würden wir morgen, angefeuert von vielen Zuschauern, hoffentlich ins Ziel kommen, möglicherweise geschwächt von der Anstrengung und verfolgt vom Besenwagen. Oder mußten wir die Fahrräder wegen einer technischen Panne gar an den Fernsehkameras vorbei schieben ? Statt abends durch Hamburg zu streifen, mußten wir früh ins Bett und sonntags um 6.30 Uhr aufstehen. Das Leben eines Jedermann-Rennfahrers ist auf keinen Fall einfach. War es wirklich eine gute Idee gewesen, sich hier anzumelden ? Ich hatte erhebliche Zweifel.

© Kurt Bangert und Carola Bläsing-Bangert 2002
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