Zurück


Auf dem Maare - Mosel - Radweg, 2002

Maare-Mosel Radweg 2002

© Kurt Bangert und Carola Bläsing-Bangert 2002

Der Maare-Mosel-Radweg führt von Daun in der Eifel über Wittlich nach Bernkastel an der Mosel (55km). Er ist in hervorragendem Zustand und war Anfang September nicht überfüllt. Man kann ihn auch mit dem Rennrad befahren. Für mich zählt er in Deutschland zu den schönsten Radwegen, die ich kenne.

Gegen 10 Uhr an einem Sonntagmorgen Anfang September fahren wir am Bahnhof von Daun vor und packen die Räder aus. Parkplatzprobleme gibt es hier erfreulicherweise nicht, obwohl schon eine ganze Reihe von Autos hier stehen, und einige Leute sind ebenfalls damit beschäftigt, ihre Räder startklar zu machen. Wir fahren zunächst wenige Meter an der Bahnstrecke nach Kaisersesch entlang und genießen schon bald eine Aussicht auf Daun von dem eindrucksvollen Viadukt, über den früher eine Nebenbahn hinunter zur Mosel führte. Viadukt bei DaunDer Radweg führt meist auf dem ehemaligen Bahndamm entlang. Die mäßige Steigung fährt sich gut auf dem geteerten und ausreichend breiten Radweg, auf dem auch Entgegenkommende gut passieren können. Der Tunnel "Großes Schlitzohr" ist sogar beleuchtet, so daß man auch mit dem Rennrad nicht im Dunkeln fährt. Bei Gillenfeld erreichen wir den höchsten Punkt der Strecke. Wir fahren durch Wald und dann wieder durch Wiesentäler. Die Strecke ist nun flach. Einen kurzen Blick werfen wir auf das Holzmaar, weil es dicht an der Strecke liegt, dann geht es weiter. Außer uns sind auch viele andere Radfahrer unterwegs, doch gibt es kein Gedränge, man kann gut überholen, und obwohl es ein schöner Herbstsonntag ist, hält sich der Verkehr in Grenzen. Skater gibt es nur selten, so daß wir richtig zügig fahren können.

Oft spürt man noch ein wenig davon, wie es früher gewesen sein muß, als ein Dampfzug sich auf dieser Strecke durch die Gegend schlängelte. Bei GillenfeldWenn ich die Augen zusammenkneife, habe ich manchmal noch einen Eindruck von der Perspektive des Lokomotivführers. Nach Wittlich hin kommen wir auf ein leichtes Gefälle. Am Stadtrand von Wittlich sind verschließbare Radboxen am Weg aufgebaut, so daß es kein Problem wäre, das Pinarello hier wegzuschließen, sofern man ein solches besitzt, und die Stadt zu Fuß zu erforschen, Wir drehen mit den Rädern eine Runde durch die Stadt und fahren dann weiter Richtung Mosel. Hier ist von der Eisenbahnstrecke nicht mehr viel zu sehen, aber der Weg ist immer noch gut ausgeschildert. Manchmal ist die Streckenführung nun mit einigen Hindernissen wie Straßenüberquerungen versehen.

Wir fahren an der Mosel auf Bernkastel zu. Die Spaziergänger auf dem Radweg werden häufiger und wir werden langsamer. Bald geraten wir nun in einen Verkehrsstau, die Straße nach Bernkastel hinein ist für Autos gesperrt, und alle müssen einen Parkplatz ansteuern. Der Radweg ist von Fußgängern verstopft. Nachdem wir es geschafft haben, die Sperre zu passieren, geht es wieder zügig auf der Straße weiter. Was das alles bedeutet, wird uns bald klar: in Bernkastel ist heute Weinfest. In BernkastelEigentlich hatten wir uns vorgestellt, in einem netten Restaurant mit Blick auf die Mosel ein ausgiebiges Mittagessen einzunehmen und dabei die Schiffe zu beobachten. Doch daraus wird nichts. An der Mosel entlang zieht sich über die ganze Länge ein Rummelplatz und man sieht den Fluß nicht.

Nachdem wir eine kurze Runde durch die Stadt gedreht haben, beschließen wir, wieder zurückzufahren und statt in Bernkastel lieber in Wittlich zu essen. Die Rückfahrt ist anstrengender, aus dem Gefälle ist nun eine Steigung geworden und aus dem Rückenwind ein Gegenwind. Schließlich erreichen wir Wittlich. Das Rossini, in dem Siggi Baumeister gelegentlich zu speisen pflegt, ist geschlossen, aber wir finden ein anderes Lokal, bei dem wir im Freien sitzen können. Dort gibt es sogar frischgepreßten Apfelsaft. Wir stärken uns, kaufen noch ein Eis und schieben die Räder eisessend durch die Fußgängerzone zum Radweg zurück. Die Sonne kommt wieder durch. Wir geraten richtig ins Schwitzen, als wir die Steigung hinter Wittlich erklimmen. Wir wollen nun zügig durchfahren. An den Steigungen muß ich Carola etwas bremsen, irgendwie werde ich nun doch langsam müde. An der letzten Steigung nach Gillenfeld brennt die Nachmittagssonne auf den Rücken. Die Kräfte lassen nach, ich muß stehenbleiben und erst einmal etwas trinken. Endlich sind wir wieder oben. Es ist geschafft, auf der kilometerlangen Abfahrt nach Daun durch den Tunnel und über den Viadukt brauchen wir uns nicht mehr anzustrengen.

Am Bahnhof DaunAm Bahnhof in Daun treffen wir wieder die anderen Radfahrer, die mit uns am Morgen gestartet waren. Sie waren von Cochem mit dem Bus zurückgekehrt und genießen nun schon seit einiger Zeit die Biergartenatmosphäre am Speisewagen. Wir sind ebenfalls zufrieden, verstauen die Räder im Auto und fahren in unser Ferienquartier zurück. 

Zurück