Stora Sjöfallet, Vietas und die Fiskflyg AB

(1996)

Stora Sjöfallet (Grosser Seefall) ist der Name eines Wasserfalls, der früher einer der wasserreichsten in Schweden war. Da das Wasser nun zur Energiegewinnung im Kraftwerk umgeleitet wird, bleibt für den Wasserfall nicht mehr viel übrig und er ist keine bedeutende touristische Attraktion mehr. Geblieben ist die landschaftliche Schönheit der Wälder und Seen. Sehr eindrucksvoll ist auch der Kiefern-Urwald entlang der Straße. Früher endete die Autostraße in Vietas für den allgemeinen Verkehr an einer Schranke, inzwischen ist sie aber bis Ritsem ausgebaut und freigegeben, und die Rentiere, die häufig auf der Straße entlangwandern, müssen sie sich nun mit den Autos teilen.


Stora Sjöfallet ist auch der Name einer Ferienanlage in der Nähe des Wasserfalls. Sie kann dem Touristen einiges bieten: Tankstelle, Einkaufsmöglichkeit und Restaurant sind im Umkreis von vielleicht 50 km konkurrenzlos. Ausser einem Campingplatz für Zelte und Wohnmobile mit Servicegebäude gibt es auch Hotelbetten. Tips für einige Tageswanderungen in der Gegend sind im Gebäude ausgehängt. Eine interessante Möglichkeit ist zum Beispiel, die kurze Strecke nach Kebnats morgens mit Auto oder Bus zurückzulegen und das Boot nach Saltoluokta zu nehmen. Von dort kann man eine Tagestour auf dem Kungsleden oder zu einem Aussichtspunkt machen und am Nachmittag mit Boot und Bus nach Stora Sjöfallet zurückkehren. Im Sommer gibt es eventuell auch Möglichkeiten, direkt mit dem Boot von Vietas nach Saltoluokta zu fahren. Für längere Touren kann man von Vietas aus man mit dem Linienbus beide Enden des Kungsleden erreichen, und man hat über den Damm bei Suorva einen kurzen Weg zum Sarek Nationalpark.


Der Bus von Gällivare bzw. Jokkmokk nach Ritsem macht in Störa Sjöfallet eine kurze Pause zum Mittag. Die Zeit ist ausreichend, um in dem sehr schön eingerichteten Restaurant oder auf der Terrasse ein "Dagens Rätt", das Angebot des Tages, zu sich zu nehmen oder in dem Kiosk ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Bereits dreimal ergab es sich für uns, daß wir eine Wandertour in Stora Sjöfallet beendeten. Die einfachen Zimmer, die Etagenbetten und Toilette haben, sind nicht teurer als die Unterkunft in den STF-Hütten auf dem Kungsleden. Dusche und Küche gibt es ebenfalls im Gebäude. Für manchen bieten sie vielleicht nicht den gewohnten Standard, aber eine warme Dusche, eine Waschmaschine mit Trockenraum, die Sauna und die Möglichkeit, ein gutes Abendessen zu bekommen - das war eigentlich schon alles, was wir brauchten, um uns wieder erfrischt zu fühlen.

Etwa 10 Gehminuten von der Ferienanlage entfernt ist die Basis der Fiskflyg AB. Diese Gesellschaft ist eine Kooperative der Saami. Sie betreibt Wasserflugzeuge und einen Hubschrauber hauptsächlich, um Dienstleistungen für die Rentierzucht zu erbringen. Der Name bezieht sich darauf, daß in den Bergseen gefangene Fische an die Strasse geflogen werden, wodurch der Fischfang als zusätzliche Erwerbsquelle für die einheimische Bevölkerung erschlossen werden konnte.

Natürlich werden auch Taxiflüge durchgeführt, zu Preisen zwischen 200 und etwa 1800 Skr je nach Strecke. Im Sommer 1996 waren wir etwas knapp mit der Zeit und nahmen die Fiskflyg in Anspruch, um einen fehlenden Tag wieder einzuholen. "2 turist till Sitasjaure kl. 11" notierte der Mitarbeiter. Wir fanden uns zur entsprechenden Zeit an der Anlegestelle ein. Die Rucksäcke wurden hinter der Rückbank verstaut, wir schnallten uns an, und mit noch offenem Fenster fuhren wir langsam auf den See hinaus. Nach einigen Kontrollen schloß der Pilot das Fenster und beschleunigte zum Start.


Wenig später waren wir in der Luft und blickten auf die Basis und die Ferienanlage zurück.


Wir flogen entlang des Akkajaure, der in diesem Sommer einen niedrigen Wasserstand hatte. Links im Hintergrund des Bildes ist das Massiv der Akka zu sehen, gegenüber, am rechten Seeufer, liegt die Ritsem Fjällstation. Bei Vakkotavare verließen wir die Straße und flogen landeinwärts, zunächst entlang des Kungsleden, auf dem wir vor einigen Jahren gewandert waren.


Nach einer Viertelstunde war es schon Zeit für den Landeanflug. Die Landung bei Sitasjaure war auf dem Wasser sehr sanft, und der Pilot steuerte das Flugzeug langsam ans Ufer.


Mit unseren Wanderschuhen machten wir einen Sprung aufs feste Land, während sich der Pilot Anglerhosen überzog, ins Wasser ging und uns die Rucksäcke herausreichte.


Wir verabschiedeten uns und beobachteten noch den Start, bevor wir unsere Rucksäcke auf die Schulter nahmen und auf eine neue Wanderung gingen.

Die Homepage der Fiskflyg AB: www.fiskflyg.se
Die Homepage der Ferienanlage Stora Sjöfallet: www.storasjofallet.se Sie ist im Sommer und Winter geöffnet.

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