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King's Highway, Maui (Hoapili Trail)

(1998)

Der King's Highway ist ein historischer Weg, der ursprünglich ganz Maui umrundete. Nur kleine Teilstücke sind erhalten geblieben. Er wurde um 1830 angelegt, damit der Steuereintreiber des Königs die hier gelegenen Siedlungen besuchen konnte. So kam es zu dem Namen King's Highway.

Das Teilstück an der La Perouse Bay ist leicht zu erreichen. Einen anderen Wegabschnitt kann man von Hana aus gehen, dazu wird man allerdings als Tourist nur Gelegenheit haben, wenn man in Hana übernachtet, sonst ist die Anfahrt zu lang.

Manche Bücher raten von dieser Wanderung ab mit der Begründung, sie sei anstrengend und lohne sich nicht. Mir hat sie gefallen, mich reizte dabei aber auch der historische Aspekt.

Obwohl der Weg hin und zurück nur zwischen 6 und 8 km weit ist, sollte man einschließlich einer Pause etwas mehr als 3 Stunden vorsehen. Zuerst führt die Strecke einen guten Kilometer an der Küste entlang, dann auf einem anstrengenden historischen Weg durch ein Lavafeld, auf dem man nicht ganz so schnell vorankommt. Bedeutende Höhenunterschiede gibt es nicht. Es kann regnen oder durch Sonneneinstrahlung auf die schwarze Lava sehr heiß sein.

Zur Anfahrt siehe die Seite über die Road 31.

Man sollte auf jeden Fall zumindest Leicht-Wanderschuhe mit fester Sohle haben, denn vom Parkplatz setzt sich der Weg sehr uneben fort. Man kann entweder der Verlängerung der Straße folgen oder der Abzweigung, die noch einige Meter zum Strand hinunter führt. Dorthin fahren auch alle Strandbesucher, um möglichst nahe am Meer zu parken. Die Bucht gilt als eine der besten Schnorchelstellen von Maui. Wir wanderten über den Parkplatz und dann am Meer entlang.

Der Weg war nun felsig und nicht mehr so gut zu gehen, allerdings fuhren ihn die Einheimischen noch mit ihren Allrad-Fahrzeugen.

Er führte hinüber zu einem Wäldchen aus Kiawe Bäumen, die wieder etwas Schatten gaben. Hier standen auch einige Zelte, und diese schöne Stelle war bereits vor Jahrhunderten besiedelt.

Man sieht häufig noch Mauern aus aufgeschichteten Lavasteinen, die Überreste früherer Siedlungen.

Schließlich erreicht man das Ende der Bucht. Hier beginnt der anstrengendere Teil des King's Highway. Ein Durchgang durch einen Zaun führt mitten ins Lava Feld hinein.

Für einige Meter kann man aber auch noch an der Küste entlangwandern, bis man im Lavafeld ein großes weißes Schild sieht, auf dem einige Informationen zu lesen sind.

 

Man wandert staunend durch zerklüftete A'a Lava, und bewundert den jüngsten Lavafluß, den es auf Maui gibt. Er ist von 1790, und die Natur wird noch einige hundert Jahre arbeiten, bis alles wieder bewachsen und geglättet ist.

Die Sonne heizt die schwarze Lava auf, und man hat sozusagen Ober- und Unterhitze. Der Schweiß fließt in Strömen, sicherlich keine geeigneten Arbeitsbedingungen für Finanzbeamten unseres Jahrhunderts. Das Staunen wird von Anstrengung, Hitze, Schweiss und Durst verdrängt. Stand es nicht irgendwo, daß diese Wanderung sich kaum lohnt ? Ich versuchte nachzufühlen, wie es wohl einem Steuer - Einsammler um 1860 erging, schließlich mußte er die Steuern auch noch tragen. Oder hatte er dazu ein Tragetier ? Vielleicht war eine Steuer-Erhöhung damals auch ein Transportproblem. Als Finanzbeamter mußte man damals körperlich fit sein.

Ein Paar kam uns entgegen, es war jetzt nur noch eine Viertelmeile, und am Strand hatten sie einen großen Seelöwen gesehen. Obwohl wir gerade in Kalifornien Seelöwen in Mengen gesehen hatten, spornte es uns noch etwas an.

Der Seelöwe war leider nicht mehr da, und der kleine Strand bei Kanaio war felsig, aber Bäume boten etwas Schatten für die Rast. Wir ruhten uns aus, bevor wir auf den Rückweg gingen. Es gab nun nicht viel Neues zu sehen. Wir tranken die letzten Vorräte. 3x 0.6 Liter waren viel zu wenig gewesen. An der ersten Shopping Mall hielten wir an, besorgten uns Nachschub, und auf dem Weg nach Lahaina leerten wir noch einmal zwei große Flaschen Wasser.

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