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Der Haleakala Highway
(November 1998)
Jeder, der auf Maui ein Auto mietet, wird sicher irgendwann
auch den Haleakala Highway zum 3057 m (10,023 ft) hohen Gipfel
des Haleakala fahren. Von Kahului aus sind insgesamt 60 km zu
fahren, zuerst auf der Road 37, dann auf der Road 377 und schließlich
die letzten 10 km auf der 378, einer kurvenreichen Straße,
die die restliche Höhendifferenz überwindet. Obgleich
ich eigentlich nicht so gerne Auto fahre, fand ich die Strecke
nicht besonders schwierig.
Schon bei der Übergabe des Mietwagens mußten
wir eine kleine Zusatzerklärung unterschreiben. Auf einem
separaten Zettel war zu bestätigen, daß wir uns darüber
im klaren waren, daß wir bei der Abfahrt vom Haleakala
- Gipfel einen kleinen Gang wählen mußten, andernfalls
die Bremsen versagen könnten.
Um 8.00 Uhr bogen wir vom Hotel in Ka'anapali
auf die Road 30 in Richtung Lahaina ab. Im dichten, aber flüssigen
Berufsverkehr passierten wir Lahaina, nahmen die Abzweigungen
zur 380 in Richtung Kahului.

Von hier sah man den Berg mit Zuckerrohrfeldern
im Vordergrund. Wegen seiner Ausdehnung sah er gar nicht so aus,
als ob er höher als Deutschlands Zugspitze sein könnte.

In Kahului bogen wir Richtung Haleakala
zunächst auf die Road 36 und dann auf die 37 ab, die jetzt
als vierspurige Straße schon leicht bergan führte.
Schließlich kam die Abzweigung zur 377, die nun etwas steiler
und kurvenreicher war.

Wir passierten das Gelände der Haleakala Ranch, und
Warnschilder mit der Aufschrift "Watch for Bikers"
wechselten mit Schildern, auf denen Kühe abgebildet waren.
Tatsächlich sah es hier ein wenig wie in der Schweiz aus.
Die ersten Biker, die wir trafen, fuhren nicht, sondern
einer saß sichtlich erschöpft im Straßengraben
und der andere stand daneben. Nachdem wir gerade erst 2500 Fuß
erreicht hatten, vermuteten wir, daß sie mit den restlichen
7500 Fuß Anstieg Probleme bekommen würden. Bei etwa
3000 Fuß überholten wir einen anderen Biker, der aber
energiegeladen und mit zahlreichen Trinkflaschen bestückt
nach oben strebte.
Der Haleakala Highway ist die bekannteste Mountainbike
- Strecke auf Maui, allerdings in der anderen Richtung, also
"downhill". Man schließt sich einer der zahlreichen
organisierten Touren an, wird dann, meistens schon sehr früh
am Morgen, in einer Gruppe im Kleinbus zum Gipfel gefahrengefahren.
Die Räder werden im Anhänger transportiert. Warme Kleidung
wird zur Verfügung gestellt. Ein
Führer fährt auf dem Bike voran, dann folgt die Gruppe
und den Schluss bildet der Kleinbus. Die Bikes haben Spezialbremsen,
und ansonsten werden hauptsächlich die Handgelenke und die
Sitzfläche beansprucht, für den Antrieb sorgt ja die
Schwerkraft. Wenn tiefere Lagen erreicht sind, kann die warme
Kleidung schrittweise wieder abgelegt werden.

Am Parkeingang auf 7000 Fuß (2134 m) waren $10 zu
bezahlen, die den Eintritt für eine Woche darstellten. Am
Park Headquarters gab es einen Bereich, in dem sich zwei Nene-Gänse
aufhielten. Vor dem Gebäude war auch ein kleiner Garten
mit Silverswords angelegt, der seltenen Pflanze aus dem Nationalpark.
Nun wurde es noch einmal richtig kurvig,
aber insgesamt war es recht leicht zu fahren. Am Leleiwi Overlook
auf 2694 m konnten wir einen ersten Blick in das Innere des Tals
werfen, der Kalahaku Overlook auf 2842 m konnte aus unserer Fahrtrichtung
nicht angesteuert werden, wir hoben ihn für später
auf.

Ansonsten gab es nicht viel Gelegenheit, anzuhalten. Gegen
10 Uhr, nach zwei Stunden Fahrtzeit von Ka'anapali aus, hatten
wir den Gipfel erreicht. Das Visitor Center auf dem obigen Bild
befindet sich etwas unterhalb des Gipfels.
Ein Schutzbau markiert die höchste
Stelle, und von hier hat man einen Blick auf Big Island. Sowohl
der Mauna Loa wie auch der Mauna Kea ragten durch die Wolkendecke.

In den Kuppeln von Science City sind Teleskope und Radarantennen
untergebracht. Eine der Aufgaben ist die Überwachung der
Bahnen von Satellitentrümmern.
Nachdem wir uns umgesehen hatten, begannen wir mit unserer
Wanderung auf dem Sliding Sands Trail. Eine zweite Wanderung,
die wir noch geplant hatten, konnten wir nicht mehr durchführen,
denn es gab keinen anderen Tag mit einigermaßen brauchbarem
Wetter mehr. So blieb diese Fahrt unser einziger Besuch auf dem
Haleakala. |