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Sawyer Camp Trail

Sawyer Camp Trail

(2000)

Die Grundlage eines Ausdauertrainings ist ein längerer Lauf, den man möglichst einmal in der Woche absolvieren sollte. An einem Freitag im August 2000 hatten wir uns hierfür den Sawyer Camp Trail ausgesucht. Er ist eigentlich eine schmale Straße und bietet ideale Bedingungen auf einer Strecke von 6 Meilen, denn er hat eine Meilen-Markierung, und ein großer Teil verläuft im schattenspendenden Wald an zwei Stauseen entlang (siehe Übersichtsbild). An zwei Stellen gibt es Trinkwasser. Alle Arten nichtmotorisierter Fortbewegung kommen hier vor. Mütter mit Kinderwagen trifft man ebenso wie Inline-Skater oder Radfahrer. Reiter können vorkommen, doch sind wir keinen begegnet.

Anfahrt: Zum nördlichen Trailhead fährt man z.B. von Millbrae aus über die Millbrae Avenue bis zur I-280, Junipero Serra Freeway. Die Auffahrt auf die 280 nach Süden bzw. San Jose führt von Millbrae aus durch eine Unterführung unter der 280 hindurch. Genau neben der Auffahrt findet man den Eingang zum Park. Es gibt einige Parkmöglichkeiten an der Straße und unter der Brücke, die an Sonntagen sicher knapp sein werden.

Auf dem Trail: Wir erreichten den nördlichen Trailhead in 10 min von unserem Hotel in Millbrae aus und stellten das Auto unter der Brücke des Freeway 280 ab. Ein Gedenkstein erinnert an dieser Stelle an das Portola Expedition Camp, die Expedition, bei der die San Francisco Bay entdeckt wurde (siehe Entdecker).

Da wir Getränke dabei hatten, brauchten wir das Angebot zweier Schulkinder, die hier gekühlte Limonade verkauften, nicht in Anspruch zu nehmen. Zunächst studierten wir kurz die zahlreichen Informationsschilder vor und hinter dem Eingang und trabten dann an der Meile null los. Eine Plastikflasche mit Wasser und eine kleine Digitalkamera war unser einziges Gepäck.

Es war kurz nach zehn Uhr morgens, aber die Temperatur war nicht mehr weit von den 27 Grad entfernt, die für heute vorhergesagt waren. Mit Creme und Kopfbedeckung hatten wir uns vor der Sonne geschützt. Der Anfang war einfach. Der Weg führte wenige Meter leicht bergan und dann ging es für eine halbe Meile bergab zum Ufer des San Andreas Lake.

 Staudamm   San Andreas Lake

Wir überquerten die Staumauer, die 1870 von einem deutschen Ingenieur, Hermann Schüssler, erbaut wurde. Das massive Bauwerk überstand das Erdbeben von 1906 unversehrt, obwohl seine Mitte genau über der San Andreas Fault liegt (siehe Erdbeben). Das Schild auf dem Stein informierte über die Bedeutung dieser Stelle.

Da wir uns nach dem Frühstück etwas Zeit gelassen hatten, war es inzwischen elf Uhr geworden, und bei völliger Windstille brannte die August-Sonne vom wolkenlosen Himmel. Wir waren froh, auf der anderen Seite der Staumauer wieder in den Wald eintauchen zu können. Der Weg fiel noch etwas weiter ab und wurde dann flach. Radarkontrollen nur für Radfahrer - gab es das hier tatsächlich ? Offensichtlich, denn im Internet wurde in einem Artikel das Napa Valley empfohlen, wenn man als Radfahrer den Radarkontrollen einmal entfliehen möchte.

Speed Limit   An der Jepson Laurel

Die Jepson Laurel ist ein etwa 600 Jahre alter Lorbeerbaum, möglicherweise der älteste in Kalifornien. Sie markierte ein Drittel des Weges. Hier gab es auch Trinkwasser, und so konnten wir die Flasche wieder auffüllen. In der Nähe dieser Stelle wohnte in den Jahren nach 1850 Mr. Sawyer, nach dem der Trail benannt wurde. Er betrieb hier Viehzucht und ein kleines Restaurant, als der Trail noch der Kutschenweg zur Half Moon Bay war. Von den Gebäuden ist nichts übrig geblieben, so daß sich die Stelle nicht mehr genau bezeichnen läßt.

 Lower Crystal Springs Reservoir

Teilweise war der Weg nun außerhalb des Waldes, und die Sonne heizte uns ordentlich ein. Dafür hatten wir jetzt bessere Aussicht. Eine etwa 50 cm lange und relativ dünne Schlange lag zusammengerollt mitten auf dem Weg und sonnte sich. Wir liefen in einigem Abstand vorbei. Sie fühlte sich gestört und setzte sich in Richtung Straßenrand in Bewegung. Ich war so überrascht, daß ich völlig vergaß, sie wenigstens mit dem Fotoapparat zu dokumentieren. Klapperschlangen sollte es ja hier nicht geben, so behauptete man zumindest.

 Trailhead Crystal Springs Road

Genau mit der Meile 6 war das nordöstliche Ende des Trails erreicht. Inzwischen hatten wir unsere Wasservorräte verbraucht und es war dringend, sie wieder aufzufüllen. Doch wenn es hier irgendwo eine Zapfstelle gab, dann fanden wir sie nicht. Es blieb nichts übrig, als ohne Nachschub zurückzulaufen. Ziemlich ausgetrocknet erreichten wir schließlich die Jepson Laurel, wo wir trinken und unsere Flasche auffüllen konnten. Danach ging es wieder eine Zeitlang besser.

 Noch eine Meile

Doch als der Anstieg nach der Staumauer begann, hatten wir unsere Energie erschöpft und fielen aus dem Laufen in schnelles Gehen zurück. Der Jetlag und die Hitze taten ihre Wirkung. Noch eine Meile bis zum Parkplatz mußten wir durchhalten.

Die beiden Jungen saßen immer noch geduldig am Eingang. Hatten sie geahnt, daß wir irgendwann halb verdurstet wieder zurückkommen würden ? Eisgekühlte Limonade für nur 20 Cent den Becher - wer konnte da schon widerstehen. So machten die beiden doch noch ein Geschäft mit uns. Nachdem wir uns etwas von der Anstrengung erholt hatten, gingen wir noch einmal zur Staumauer, um einige Bilder zu machen.

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