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San Francisco - Golden Gate - Tiburon mit dem Mountainbike

Teil II: Golden Gate - Tiburon - (San Francisco)

(1998)

 Abfahrt von der Golden Gate Bridge


Wir verließen die Golden Gate Bridge und orientierten uns. Unser nächstes Ziel war Sausalito. Auf den ersten Blick sah es an der Brückenauffahrt etwas verwirrend aus. Der Autoverkehr war dicht und floß nur im Schritttempo von Norden her auf die Brücke, aber nach Sausalito hinunter war nicht sehr viel Verkehr. Auch einige andere Radfahrer standen hier und prüften die Karten. Zwei Möglichkeiten gab es, um nach Sausalito zu kommen, einmal führte eine kleine Nebenstraße in einer Schleife zurück und unter der Brücke hindurch, oder man konnte der normalen Straße folgen, die in einem Tunnel unter dem Highway hindurchführte. Die Nebenstraße schien uns angenehmer, sie führte ein kurzes Stück relativ steil hinab nach Sausolito.

 Sausalito

Die Atmosphäre in Sausalito war so, wie sie wohl ähnlich in allen kleinen Städten ist, die am Meer liegen und von Sonne, Wasser und von erholungssuchenden Touristen geprägt sind. Wir rollten gemächlich die Hauptstraße entlang.

Von Sausalito gibt es ebenfalls eine Fähre zurück zu den Piers von San Francisco. Man könnte daher gleich hier die Tour in einem der Straßencafes ausklingen lassen. Die Fähren von Sausalito fahren häufiger als in Tiburon, der Andrang ist wahrscheinlich aber auch größer. Zumindest sollte man von hier nicht zurückkehren, ohne die Hausbootsiedlungen gesehen zu haben, die am nördlichen Ende des Städtchens liegen.

 Houseboat Marina, Sausalito


Wir folgten der Straße durch Sausalito und hätten beinahe am Ortsende das Hinweisschild übersehen, das zu den "Houseboat Marinas" zeigte. Diese Siedlungen von Hausbooten erlangten seit der Hippiezeit eine gewisse Berühmtheit.

 Bei Sausalito

Wir fuhren weiter nach Norden, zunächst in der Nähe des Highway 101, den wir später unterquerten. Danach zog sich der Weg als Multi-Purpose Pathway im Tal entlang. Er war sehr einfach zu fahren, er war allerdings auch längst nicht so spektakulär wie zuvor. Wir erreichten wieder eine Straße, und hier war nichts mehr ausgeschildert. Wir hatten das kleine Faltblatt von Adventure Bike mit dem Tourenvorschlag und die Rand McNally San Francisco Bay Area Karte, beide gaben aber keine Details her. Aus dem Faltblatt war ersichtlich, daß wir normalerweise einen etwas weiteren Bogen durch das Tal fahren sollten. Da wir etwas Zeit sparen wollten, ließen wir uns von einem anderen Radfahrer beraten und hielten uns dann mehr an die direkte Richtung. Nach einer kurzen Fahrt durch das Marschland am Ende der Bucht überquerten wir die 101, es ging durch ein kleines Städtchen, und schließlich waren wir an der 131, die von der 101 abzweigt und in der Karte auch mit dem Namen Tiburon Boulevard bezeichnet ist. Falls man Probleme hat, sich hier zurechtzufinden, sollte man am besten einen anderen Radfahrer um Hilfe bitten.

Der Tiburon Boulevard war stark befahren, aber auf dem sehr breiten Seitenstreifen, der als Bike Way ausgewiesen war, waren auch viele Fahrräder unterwegs. Nach wenigen Kilometern knickte der Tiburon Boulevard ab und war jetzt auch mit dem Schild "Beach Road" bezeichnet. Die Orientierung war nun kein Problem mehr, und wir hatten auch bald wieder einen eigenen Fahrradweg zur Verfügung, der durch ein parkähnliches Gelände führte.

 In Tiburon

Gegen 16.00 Uhr erreichten wir Tiburon und den Anleger der Fähre, wo schon einige Radfahrer auf der Wiese in der Sonne lagen. Die nächste Fähre kam nach Fahrplan erst gegen 17.00 Uhr, und so stellten wir die Räder ab und nahmen im benachbarten Restaurant einen kleinen Imbiß.

 In Tiburon

Dann sahen wir uns noch kurz in dem Viertel um. Ich rechnete damit, daß noch viele Radfahrer kommen würden, und in einer allgemeinen Information hatte ich gelesen, daß der Platz auf der Fähre begrenzt war. Ich drängte daher, daß wir bald wieder zum Anleger zurückkehren sollten, um uns etwa 20 min vor der Abfahrt mit den Rädern in der Schlange anzustellen.

 Fähre


Bis das Schiff kam, wurde die Schlange der Radfahrer länger und länger, außerdem kamen noch viele andere Passagiere, aber Schiffe sind groß, und wie sich zeigte, konnte dieses hier viele, viele Fahrräder mitnehmen.

 Fähre

Nachdem wir eingestiegen und unsere Fahrräder im Unterdeck abgestellt hatten, sahen wir zu, wie nach und nach eine endlose Reihe von Fahrrädern ins Schiff geschoben wurde.


 
Unterdeck Fähre

Nach der Abfahrt zählte ich im Unterdeck ein paar Fahrräder und rechnete dann hoch. Hier standen mehr als 100 Räder, und man hätte sicher noch viel mehr mitnehmen können. Der Fahrradtransport war übrigens im Fahrpreis von $5 inbegriffen.

 San Francisco Bay

Draußen in der Bay war beträchtlicher Wind, und das Schiff schlingerte stark, bis wir schließlich Alcatraz Island passiert hatten und wieder in ruhigeres Wasser kamen.

 San Francisco

San Francisco näherte sich langsam, und schließlich legten wir an der Pier an. Das Ausladen der Räder dauerte noch etwas, und gegen 18 Uhr gaben wir die Räder im Fahrradverleih wieder ab. Ein wunderschöner Tag ging zu Ende, als wir mit dem vollen Bus durch Chinatown zur Caltrain Station fuhren.

Gegen 20.45 Uhr waren wir zurück in San Carlos. Eine Sports Bar mit lockerer Atmosphäre, das war es, was wir jetzt brauchten. Mit einem Chinese Chicken Salad plus ein Corona bzw. Soup & Salad plus einem Anchor Steam ließen Carola und ich den Tag ausklingen. Er zählt bis heute zu den schönsten Tagen, die ich in Kalifornien erlebt habe.

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